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Berlin vollendet hatte, zugleich mit der Tragödie „William Ratcliff",die im Januar 1822 in drei Tagen entstanden war, und dem „LyrischenIntermezzo" bei Ferdinand Dümmler in Berlin. Eduard Hitzig
— der Freund Chamissos und Hoffmanns — der auch Heine sehrfreundschaftlich zugethan war, hatte Dümmler hierzu veranlaßt.
Die tiefere Tendenz des „Almansor" war den Freunden Heinesvon der berühmten Tafelrunde bereits klar geworden — auch KarlJmmermann schrieb ihm darüber, daß die Tragödie zu viel Christen-Haß atme — noch ehe von den damaligen Kritikern des Gedichtsauch nur einer das richtige Verständnis dafür gewonnen hatte.
Heine selbst stellte den „Almansor" sehr hoch, änderte aber dieseAnsicht sehr bald. Dagegen blieb er auch in späteren Jahren bei derhohen Meinung über seine zweite Tragödie: „William Ratcliff".
„Ich schrieb den „William Ratcliff" — erzählt er später einmal
— „zu Berlin Unter den Linden, in den letzten drei Tagen desJannarS 1821, als das Sonnenlicht mit einem gewissen lauwarmenWohlwollen die schneebedeckten Dächer und die traurig entlaubtenBäume beglänzte. Ich schrieb in einem Zuge und ohne Bronillon.Während dem Schreiben war es mir, als hörte ich über meinemHaupte ein Rauschen, wie der Flügelschlag eines Vogels. Als ichineinen Freunden, den jungen Berliner Dichtern, davon erzählte, sahensie sich einander an mit einer sonderbaren Miene, und versichertenmir einstimmig, daß ihnen nie dergleichen beim Dichten passiert sei."
Trotzdem fand der „Almansor" im allgemeinen eine günstigereAufnahme und freundlichere Beurteilung im Publikum als „WilliamRatcliff", von dem Heine die bestimmte Hoffnung hegte, daß er sichseinen Weg auf die deutsche Bühne bahnen würde.
Statt dessen wurde gerade der „Almansor" aufgeführt und zwaram 20. August 1323 im Hoftheater zu Braunschweig. Obwohl KarlKöchy, bekanntlich ebenfalls ein Genosse der Berliner Tafelrunde, zurZeit Dramaturg an jenem Hvflheater war, scheint derselbe doch dieseAufführung nicht bewirkt zu haben, da er in einem Briefe an Grabbefast entschuldigend bemerkt: „Wundern Sie sich nicht, wenn auch HeinesTranerspiele hier zur Aufführung kommen, Wöllners Rccensionenhaben zu mächtig auf die Direktionen gewirkt."
Vielmehr ist das Verdienst um diese Aufführung in erster Liniedem damaligen Direktor des Braunschweiger Hofthcaters, AugustKlingemann, der selbst ein Dichter war und auch Goethes „Faust"zuerst ans die Bühne brachte, zuzuschreiben. Den „Almansor" spielteEduard Schütz, die „Zuleima" Madame Meck, den „Nly" Herr Mcck.Das Stiick fand bis gegen den Schluß hin eine sehr günstige Auf-nahme und die Hauptscenen wurden lebhaft applaudiert. Da tratplötzlich ein störender Zwischenfall ein, wie solche damals im Braun-schwciger Thcaterleben nicht selten waren. ES war in der Schlnßscenc