12 Biographie,
Briefe und die neuerdings bekannt gewordene Korrespondenz der Mutterbieten sogar Anhaltspunkte für das Jahr 1737 als Heines Geburtsjahr.
Später gab jedoch Heines Mutter das Jahr 1799 als sein Ge-burtsjahr an.
Auch schreibt er selbst in einem vom 16. Juli 1853 datierten,im Besitz des Herrn Ludwig von Embden befindlichen Briefe an seineSchwester anläßlich von dritter Seite gewünschter biographischer Notizen:
„Was das Datum meiner Geburt betrifft, so bemerke ich Dir,„daß ich laut meinem Taufschein am 13. Dez. 1799 geboren bin„und zwar zu Düsseldorf am Rhein, wie Dir ebenfalls bekannt„sein wird. Da alle unsere Familienpapiere durch die Fcuers-„brnnst in Hamburg zu Grunde gegangen und in den Diissel-„dvrfer Archiven das Datum meiner Geburt nicht richtig an-gegeben sein kann, aus Gründen, die ich nicht sagen will^), so„ist obiges allein authentisch, jedenfalls authentischer als die„Erinnerungen meiner Mutter, deren alterndes Gedächtnis keine„verloren gegangenen Papiere ersetzen kann."
Ein fernerer authentischer Zeuge ist seine Schwester, FrauCharlotte von Embden, geboren im Oktober 1899, welche mitBestimmtheit angab, daß ihr Bruder Harry elf Monate älter wiesie gewesen sei.
Der Knabe wurde einem der besten Freunde des Hauses, demM. Harry in Liverpool zu Ehren, bei der Geburt Harry genanntund erst später bei seinem Übertritt zum Christentum veränderte erdiesen Namen in Heinrich. Im vertrauten Familienkreise wurde ertrotzdem immer Harry genannt und die Briefe an seine Mutter unter-zeichnete er stets mit diesem Namen. Ebenso wie er ans den Titelseiner sämtlichen Schriften stets nur den Anfangsbuchstaben seinesVornamens drucken ließ.
An seiner Vaterstadt Düsseldorf hing der Dichter stets mit derrührendsten Liebe. „Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön," schreibt erin den „Reisebildern", „und wenn man in der Ferne an sie denktund zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Mute. Ichbin dort geboren und es ist mir, als müßte ich gleich nach Hausegehn. Und wenn ich sage, nach Hause zehn, so meine ich die Bolker-straße und das Hans, worin ich geboren bin. Dieses Haus wirdeinst sehr merkwürdig sein, und der alten Frau, die es besitzt, habeich sagen lassen, daß sie beileibe das Hans nicht verkaufen solle.Für das ganze Haus bekäme sie doch jetzt kaum so viel, wie schonallein das Trinkgeld betragen wird, das einst die grünvcrschleierten,vornehmen Engländerinnen dem Dienstmädchen geben, wenn es ihnendie Stube zeigt, worin ich das Licht der Welt erblickt und den
*) Vermutlich gab man ein höüeres Alter für ihn an, um seine Aufnahmein das Lyceum zu ermöglichen, für oas ein Minimalalter vorgeschrieben war.