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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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städt anmerkt,') keine von den wissenschaftlichen Größen der Zeit, alleinseine feste Haltung den Anfeindungen Bayerns gegenüber, seine Ver-teidigung der Rechte des Bistums in der traurigsten Lage und seinzartes Gemissen in kirchlichen Fragen sicherten ihm ein hervorragendesAndenken im Fürstentum Eichstädt, wie später im Königreich Bayern.Ein bürgerfreundlicher, herablassender „Fürstenherr" mit dem gut-mütigen Blick und dem Tituskopf, gewann er im Volk und im Dom-kapitel große Sympathien. Am 13. November 1791 fand die feierlicheWeihe statt, an der auch der jüngere Bruder Felix als Weihbischofteilnahm. Aus der Heimat hatte sich — wie bemerkt — der ältereBruder Christian eingefunden und in der Freude des Herzens demalten Vater hierüber geschrieben. Es kann nicht die Aufgabe des Ge-schichtschreibers der Stubenbergischen Hauses sein, die wechselvollenGeschicke zu schildern, die über das Bistum Eichstädt in den TagenJosefs hereinbrachen. Man darf da nur au die französische Revolutionund die Franzosenkriege erinnern, welche die Säkularisation des Fürsten-tums Eichstädt im Gefolge hatten. Mit Würde und Ruhe opferteJosef den Glanz seiner Fürstenwürde, entließ durch Patent vom27. November 1802 alle Untertanen und Beamten des Hochstiftes ihrerPflichten und erklärte sie des ihm als Landesfürsten geleisteten Treu-eides ledig. Ehe er dieses Patent von seiner Residenz Greding ausabgehen ließ, öffnete er seinen Untertanen die Getreidespeicher und ließwegen eingetretener Getreidenot das Korn um ermäßigte Preise ab-geben. Es war sein letzter Regentenakt. Die Bürger von Eichstädtnahmen am 3. Dezember 1802 von ihm als Landesherrn Abschied ineiner Adresse, die er mit dem Ausdruck der Erwartung erwiderte, daßdie Liebe der Bürger und das Andenken an ihn in ihren und ihrerKinder Herzen dauernd erhalten und fortgepflanzt werden möge. Indieser Erwartung hat sich Fürstbischof Josef nicht getäuscht; denn, wieder Geschichtschreiber des Bistums meldet, lebt noch heute trotz allerWechselfälle die dankbare Erinnerung an den letzten geistlichen Reichs-fürsten in Eichstädt fort.

Durch eine päpstliche Bulle vom 1. April 1818 erhielt Josef zufeiner bisherigen Würde noch die eines Erzbischofs von Bamberg. MitStolz durfte das Haus Stubenberg darauf hinweisen, daß es schonvor mehr als einem halben Jahrtausend diesem altehrwürdigen Hoch-stifte Kaiser Heinrichs II. einen Bischof gegeben.

In seiner geistlichen Wirksamkeit sah Josef sich vielfach gehemmt.Da gab es Konflikte zwischen der Staats- und Kirchengewalt, auf diehier wenigstens hingewiesen sein mag. Als er am 29. Mai 1814 seinfünfzigjähriges Priesterjubiläum feierte — ein Freudentag, den bishervon 74 Eichstädter Bischöfen nur ein einziger erlebt hatte, bedachte er

') Sax, Die Bischöfe und Reichsfürsten von Eichstädt, II, 712—714.Die Schilderung der Festlichkeiten ebenda. Bon älteren Werken sieh Lang,Topographische Beschreibung der königlich bayrischen Kreishauptstadt Eich-städt, 1815.

Loscrth, Gesch. d. altsteir. Herren- u. Grafenhauscs Stubenberg. 21