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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Besitzes hätte man erwarten sollen, daß sich Georg ausschließlich seinerVerwaltung widmen würde, doch zog er, wie einst sein Vater, denStaats- und Landesdienst vor. Hatte ihn einst sein Großoheim Sigis-mund in seinem Testament zum Universalerben eingesetzt, so änderteer in einem Kodizill von 30. Dezember 1715 diese Bestimmung undsetzte an seine Stelle Georgs Oheim, den Obersten Franz. Er mochtedenn andere Erwägungen mochten einem l5jährigen Knaben gegen-über wohl nicht maßgebend sein — wohl daran gedacht haben, daßGeorg mit Gütern ohnedies reich genug bedacht sei. Bedauerlich wares freilich, daß dessen Mutter am 3. Jänner 1724 ihre HerrschaftLiechteneck im Mürztal an Karl Josef Anton von Crollolanza ver-kaufte.') Zwei Jahre später — zu Anfang 1726 — übernahm Georgsein väterliches Erbe.ch Am 5. Mai des nächsten Jahres feierte er,nachdem er mittlerweile Beisitzer in den Land- und Hosrechten ge-worden war, seine Vermählung mit Maria Cäcilia Gräfin Breuner. Alskaiserlicher Abgesandter „bei den hochzeitlichen Ehrenfesten" erschien derGeheimrat Josef Graf von Wildenstein, ch Der Ehe entsproßten in derZeit von 30 Jahren nicht weniger als 17 Kinder.Z Von seiner MutterMaria Regina hatte er ein bedeutendes Vermögen, das im Nachlaß-inventar mit 153.295 Gulden bewertet wird, geerbt. Es setzt sich zu-sammen aus Schuldbriefen, einem Hause in Graz und den HerrschaftenMünichhofen und Hartmannsdors, zwei Weingärten in Globerg zuSeitz und einem Walde — dem Mühlholz — in der Weizer Pfarre.Das Schloß Münichhofen war gut gebaut, alles neu hergerichtet, miteisernen Gittern und Gemälden versehen. Auch der gemauerte Stockzu Hartmannsdorf war im guten Zustande. Im Nachlaß befand sichein großer Reichtum an Geschmeide und Silber, an Teppichen, Lein-wand und Geschirr. Besonders reich ist die Büchersammlnng, die wohlzum größten Teil von ihrem Gemahl und dessen Adoptivvater, demLandeshauptmann Georg, herrührt. Äm 14. März 1730 ersucht er dieLandesverwaltung, ihm die Hinterlassenschaft einzuantworten.") Hart-mannsdorf und Münichhofen blieben nun bis 1801 im Besitze desHauses Stubenberg. Georg wird demnächst Hoskammerrat; am 7. April1734 wird ihm die Fischinspektion im Mürztal übertragen und derFischmeister zu Kindberg beaustragt, ihm mehr Respekt als bisher zuerweisen. Im Jahre k740 erhält er von der Regierung die Bewilli-gung, eine Landesverordnetenstelle mit Vorbehalt seines Ranges alsinnerösterreichischer Hofkammerrat anzunehmen.") Die Not der Zeit

') Sie war in der Landschaft mit 96 Pfund beansagt. Der Kaufpreis be-trug 30.000 Gulden.

2) Laut Gültenaufsaudbuches, II, 233, war es 1133 Pfund 5 SchillingPfennig Gülten.

ch Schiwitzh offen, 223, und Hofkammer-Rep., 1727, April,si Sie sind verzeichnet in meiner Schrift: Das Archiv des Hauses Stuben-berg, Supplement, II, SI/2.

") Die Herrschaften sind im Gültbuch mit 141 Pfund 4 Schilling und21 Pfennig beansagt.

") Hofkammer-Rep., 78, April.