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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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einem Anteil an Mureck 48 Pfund Gülten.') Im Staatsdienste stieger bis zum Hofkammerrate aus. Seiner Ehe mit Henriette entsproßtensechs Kinder, von denen das jüngste erst nach des Vaters Tode ge-boren wurde, übrigens noch in demselben Jahre starbt) Heinrichselbst starb am 10. Februar 1721. Sein Vermögensnachlaß betrug45.048 Gulden. Notgerhabin für die zurückgebliebenen Kinder wurdeHenriette; als sie nach ihrer Vermählung mit Saurau die Vormund-schaft abgab, geschah es mit der Bemerkung, daß sie es an mütter-licher Obsorge und Liebe nicht fehlen lassen werde. Von ihren sechsKindern aus erster Ehe kam nur der älteste Sohn Leopold, aus dendie Herrschast Widen fiel, und eine Tochter Maria Regina, die einenErdödy heiratete, zu höheren Jahren.

Inzwischen war auch Georg, der einzige Sohn des 1708 getö-teten Leopold, unter der trefflichen Leitung seiner Mutter zur Geltunggekommen. Als Kind wird er sich oft in Liechteneck und Münichhofen,den Besitzungen seiner Mutter ausgehalten haben. Wir erfahren, daßdiese durch Brandschäden in der Zeit des ungarischen Aufstandes heim-gesucht wurden.") Bei der anerkannten Tüchtigkeit, die Frau MariaRegina auf wirtschaftlichem Gebiete bekundete, war es zweckmäßig, daßsie selbst die Güter ihres Sohnes in Bestand nahm/) wofür sie einejährliche Summe von 6000 Gulden erlegte. Die Erziehung ihresSohnes ließ sie sich bestens angelegen sein. Allerdings war die hiefürvon der Vormundschaft ausgeworfene Summe von 400 Gulden jähr-lich so geringfügig, daß sie am 7. März 1714 bei der Landeshaupt-mannschaft das Ansuchen stellte, sie auf 1000 Gulden nach dem imHause Herberstein und Schrottenbach üblichen Muster zu erhöhen, wasun? so notwendiger sei, als sie für den Sohn 171! einen geistlichen Hof-meister, einen Bedienten und Famulus samt Roß und Wagen aus-genommen habe. Als Georg die höheren Studien begann, reichte dieserBetrag freilich auch nicht mehr hin und sein Vormund Franz Herrvon Stubenberg verlangte eine neuerliche Erhöhung mit der Motivie-rung, daß man dem jungen Herrn außer seinein Hofmeister und einemLehrer des Französischen nunmehr auch einen Jnstruktor in der Ethikund Jurisprudenz, und zwar in der Person eines Herrn von Kriegernaufgenommen habe. Er stellt den Antrag, das für die Erziehung be-stimmte Geld um 420 Gulden zu erhöhen. Damit werde man bis zur„Länderreise" Georgs das Auslangen finden. Man ersieht daraus, daßdas Erziehungssystem noch immer dasselbe war, wie es zu Anfangdes 17. Jahrhunderts bestand. Bei der Größe des ihm zugefallenen

') Gnltenaufsandbuch, II, 226/7.

2) Die vollständige Genealogie sieh in meinen? Buche Das Archiv desHauses Stubenberg, Supplement, S. SO. Das Inventar nach Heinrich siehLandrecht Stubenberg, 216.

2) Steierm. Landesarchiv, Finanzwesen, 479.

ff Landrecht Stubenberg, 219. Am 6. April 1723 wird ihr seitens derHofkammer ein Pastbrief ans 24 Stück Schweizer Vieh ausgestellt. Hofkammer-Repertorium, 1723.