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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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höfischen Diensten verwendet wird. So unternimmt er im Auftrug desKaisers Reisen, um Mitglieder des kaiserlichen Hauses zu begleiten:im September 1637 eine Reise zu der verwitweten Kaiserin Leonorenach Graz, im September des nächsten Jahres von Brandeis nachBaden und zurück nach Leitmeritz zu der königlichen Majestät in Polen.Für solche Reisen liegen seine Reiserechnungen vor.') Im übrigen ent-nimmt man seinen Briefen, daß ihm für seine langen Dienste keinerleiRemuneration zu teil geworden sei. Er hatte demnach für vieles auseigenen Mitteln aufzukommen, was sonst dem Hofhalt des Fürsten zuLast gefallen märe. In den ersten Jahren ergaben sich geringereSchwierigkeiten, aber bei dem steigenden Bedürfnissen des Hausesmachten sich die finanziellen Notlagen allmählich und oft in drückenderWeise geltend. Man könnte nicht sagen, daß Wolf ein schlechterHauswirt gewesen: man muß aber den Aufwand bedenken, den dieErhaltung und standesmäßige Ausstattung einer großen Kinderscharerforderte. Dazu kamen die Witwen- und Waisenpensionen, die er,reich bemessen wie sie waren, zu zahlen hatte. Die Witwe Georgs desÄlteren lebte als Exulantin bis 1664; von ihrer Hand liegen nochalle die Quittungen vor, die sie Jahr für Jahr ins Land schickte. Dawar ferner Wolfs Schwägerin Susanna, die auch erst 1661 starb undderen Tochter Elisabeth Renata. Wie viel Wolf sonst an seine Ver-wandten abzugeben verpflichtet war, entzieht sich unserer Berechnung.Seine Gemahlin hatte die Herrschast Schmierenberg bei Leutschach ererbt;aber der Zuwachs stand in keinem Verhältnis zu den Verlusten, dieaus den starken Bedürfnissen des Hauses erwuchsen. Da waren nichtweniger als 17 Kinder zu erziehen und dem Stande gemäß zu erhalten;es waren neun Söhne: Johann, Rudolf, Wolfgang, Georg, Otto,Weikhard, Sigismund, Franz und Ferdinand; dann acht Töchter:Franziska, Emerentia, Maria Barbara, Sidonia Konstanzia, AnnaMaria Elisabeth, Maria Rebekka, Sidonia Maximilians und MariaKatharina, von denen drei in die Häuser der Grafen Brandis, Thurnund Proskowslch heirateten, die übrigen noch in jüngeren Jahren starben.Von den Söhnen starben nur der älteste und jüngste in zarteremAlter, die übrigen überlebten die Eltern mit Ausnahme Weikhards,der am 1. August 1664 in der Schlacht bei St. Gotthard gefallen ist.Wenn man bedenkt, daß die Erziehungsmethode, wie sie im HauseStubenberg geübt wurde, eine recht kostspielige war, mehrere Mitgliederdes Hauses, außer Johann Weikhard mindestens noch Otto, der 1691als Generalwachtmeister gestorben ist, sich dem militärischen Standewidmeten, sonach sich zum Teil aus den eigenen Mitteln erhaltenmußten, so wird die zeitweilige Finanzklemme Wolfs begreiflich. Manwird sich nicht wundern, daß die Steuerrückstände Wolfs im Jahre1644 sich auf 20.660 Gulden belaufen, und die Verordneten ihn: dieMahnung senden, sie „abzurichten". Zu alledem rückte der Zeitpunktheran, zu welchem dem Sohne Rudolfs, Hans Wilhelm, die ihm von

') Stubenberg-Archiv, Reisen, 8/22.

Loserth, Gesch. d. altstcir. Herren- und Grafenhauscs Stubenberg. 16