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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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seinem Vetter Georg dem Alteren vermachten 100.000 Gulden abgetragenwerden mußten. Da war allerdings zuerst die Vorfrage zu erledigen,ob der Kaiser die Übertragung genehmigen würde.

Nun waren seit den: böhmischen Ausstand zwei Jahrzehnte ver-flossen, die Gesinnung bei Hof war der Milde zugeneigt, zumal dieseeinem Hause von unentwegter Treue und Aufopferung selbst aus Kostender eigenen Interessen galt. Daher lautete das Gutachten, das dieinnerösterreichische Regierung am 8. August 1640 in der Sache erstattete,durchaus günstig. Der junge Hans Wilhelm habe gegen den Kaiserniemals etwas sollizitiert. Habe er sich mehrere Jahre hindurch imAuslande aufgehalten, so habe er sich beim Allerhöchsten Hofstaat ein-gestellt und hege die Absicht, nach dem Beispiel seiner Väter SeinerMajestät mit besonderer Treue zu dienen. Auch Wolf, der sich seinerPflicht dein Vetter gegenüber bewußt sei, bäte, die Unschuld und Notdes Bittstellers zu berücksichtigen; aber man möge ihn mit liegendenGütern bedenken und solche der alten Erbeinigung gemäß nicht infremde Hände kommen lassen. Sollte er um bare Auszahlung ansuchen,so möge man die Gerichte entscheiden lassen, ihm aber zunächst dieZinsen von dem Legat entrichtend) Da kamen denn neue Sorgen anWolf heran. Schon an: 24. Juni 1641 schloß er mit dem Vetter einenVertrag, wonach er ihm die beiden in Niederösterreich liegenden Herr-schaften Schallaburg und Sichtenberg um 140.000 Gulden verkaufte,von denen die dem Vetter von Georg dem Älteren vermachten 115.000in Abzug gebracht werden. Da bei den Herrschaften auch PassauerLehen sind, behält sich der Verkäufer selbige vor. Beide Güter bleibenin der Erbeinigung einbezogen.^

Wenn wir den Besitzstand Wolfs, nachdem er die niederösterreichischenGüter an seinen Vetter überlassen hatte, übersehen, so finden wir ihnnoch stattlich genug. Im Viertel Judenburg beträgt mit der HerrschaftFrauenburg die Herrengült 809 Pfund 2 Schilling 14 Pfennig, imEnnstal mit dem Kapfenberger Besitz 1634 Pfund 26stz Pfennig, imViertel Voran mit Stubeck und Gutenberg 868 Pfund 1 Schilling18stg Pfennig und im Viertel zwischen Drau und Mur mit Mureck531 Pfund 3 Schilling. Es ist sonach ein Gesamtbesitz — und da sindnoch die Häuser in Graz, Bruck, Pettau n. s. w. nicht einbezogen —,der sich auf 3847 Pfund beläuft und bis 1651 noch um einige Pfundwächst. 2) Unter den steirischen Adelsgeschlechtern ist das Haus Stuben-berg noch das reichste. An Besitz wird es jetzt nur von dem StifteAdmont übertroffen, überragt aber um mehr als ein Drittel den derHänser Eggenberg und Herberstein, trotzdem daß diese stark im Auf-steigen begriffen sind. Wir erhalten für 1651 folgende Liste:

st Landrecht Stubenberg, 236.st Original, Stubenberg-Akten.

st In den Schrannenertrakt von 1649 werden die Gülten des HausesStubenberg sogar auf 4232 Gulden 2 Schilling 22 Pfennig berechnet und wirderwiesen, „dass man nicht deterioriert oder veralieniert, sondern nur ver-bessert habe".