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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Damen vom Stande. Noch gewähren einige Korrespondenzen einenEinblick in diese Dinge. Viel machen ihm und seinem MitvormundBallone und Bärbel zu schaffen, jene die Tochter Kaspars, diese wahr-scheinlich die Tochter des Ambros, von dem sie ihr hitziges Tempera-ment geerbt hatte. Am 19. Februar 1533 schreibt die Äbtissin Bar-bara an Wolf: er möge ihr das Dirndl, wenn die Zeit da ist, nurherausschicken, es soll kein Fleiß an ihr gespart werdend) Bärbelmacht ihren Vormündern viel zu schaffen, denn sie haßt das Klosterund will heiraten. Sie läßt sich zu böser Nachrede gegen ihre Vor-münder hinreißen. 2) Ich kann Euch, schreibt Wolf Engelbrecht vonAuersperg am 27. Februar 1547 an Wolf, nicht verhalten, daß diePflegerin von Halbenrain diesen Fasching bei mir gewesen ist undmeiner Frau berichtet hat, daß Jungfer Bärbel sich gegen die Poten-dorferin hat vernehmen lassen, es gäbe Leute genug, die bei uns Ger-haben um sie werben möchten, aber wir wären nicht willens, sie zuverheiraten, damit sie die 1000 Gulden Mitgift sparen. Aber sie wolleeinen Mann nehmen, es sei jetzt ein Bürger oder ein Edelmann, dannwoll sie schon sehen, wie sie zu ihrem mütterlichen Erbe kommt. „Trag'Fürsorg'," setzt Wolf Engelbrecht hinzu, „sie werde sich irgendwo soverknüpfen, daß es dem Namen Stubenberg zum Spott gereicht".Ähnliche Gedanken hegte auch ihre Muhme Ballone. Wolf war übersolche Zumutung erbittert. Wolf Engelbrecht schreibt ihm: Wär' meinRath, Ihr hättet der Jungfrau Balbina zugesprochen und gesagt:Falls ihr mittlerweile eine ehrliche Heirath zustünde, wollten wir ihrgern dazu verhelfen. Beide Damen wurden mittlerweile nach Göß zuihrer Erziehung gegeben und Balbina hat dort den Schleier genommen.Im Kloster gab man sich alle Mühe, die Damen ihrem Stand ent-sprechend zu erziehen. Als die Äbtissin Amalia eine der Pflegebefoh-lenen Wolfs im Jahre 1551 heimsandteJ) schreibt sie ihm, sie möchtewünschen, daß er an ihrer Ausbildung Gefallen trüge, es wäre dasdie beste Belohnung für die Mühe und den Fleiß, den sie mit ihrgehabt. Wie sich die Erziehung der männlichen Jugend gestaltete undWolf es wünschte, sieht man aus den bezüglichen Bestimmungen feinesTestamentes: „Meine Hausfrau soll den Kindern einen rechtschaffenenlateinischen Schulmeister halten und sie mit einein oder zwei gutartigenSöhnen von: Adel zugleich erziehen lassen. Sind sie dann erwachsen,daß man sie ins Welschland senden kann, ordne man ihnen einenehrbaren Edelmann zu. Der wird sie weisen, wie sie sich in der Kircheund Schule, wie sie bei Tisch und bei anderen Dingen, als Tanzenund in allen ritterlichen Übungen, wie Ringen, Springen und Reiten,halten sollen. Sind sie dann ein oder zwei Jahre im Welschen ge-wesen — Wolf denkt hier zunächst an das Görzische —, dann mag

0 Sämtliche Briefe im Archiv Stubenberg, 7/21.

2) über die Stellung der adeligen Töchter in jenen Tagen sieh die treff-lichen Ausführungen von Lusch i n, Studien zur Geschichte des steirischen Adelsim 16. Jahrhundert, im 23. Heft der Mitt., S. 31ff.

jh Es scheint aber keine Stubenberg selbst gewesen zu sein.