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man sie ein bis zwei Jahre in die Niederlande gehen lassen, dannnach Frankreich oder Spanien, bis sie das 22. Jahr erreichen. Ineinem späteren Testament wird bemerkt, daß jeder von seinen Söhnenaußer Lateinisch auch Böhmisch lernen soll und daß man ihnen, auchwenn sie ins Welschland ziehen, einen „getreuen Präceptor zuordne,der böhmisch kann, damit sie bei der böhmischen Sprach bleiben". Mit19 Jahren soll er hier zu Land an den Hof und, wenn das nicht seinkann, zu einem Fürsten ins Reich, der nicht antiösterreichisch ist. Dortmöge er drei Jahre lang bleiben. In diesem Sinne wurden WolssSöhne und sein junger Vetter Balthasar erzogen. So geht — nochhaben sich die Reiserechnungen erhalten - der junge Herr Hans mitPeter Wakonski 1538/39 „zur Lernung" nach Görz und Padua.Fünf Jahre später finden wir ihn in der Knabenschule zu Jung-bunzlau. Da erkundigt sich der Vater, ob denn der Sohn schon denDonat oder einen andern Lateiner verdeutschen lernt und ob er mitden anderen Kindern böhmisch reden kann. Das „Waltherl" soll 1544nach Graz gegeben werden, weil dort jetzt eben eine Schule — ge-meint ist die Stistsschule, an der später Kepler wirkte, — aufgerichtetist. Im Jahre 1546 geht der zweite Sohn, Wolfgang, nach Böhmen,nachdem er das Jahr zuvor im Welschen gewesen. Wenn Balthasarin derselben Zeit nach Italien geht, geschieht es nicht des Studiumshalber, sondern um seinen kranken Fuß ausheilen zu lassen. Aus demJahre 1547 liegt wieder eine ausführliche Rechnung über eine böh-mische Reise vor; im folgenden Jahre und 1549 weilt Wolfgang inPadua. Hier studiert er und von hier aus macht er Reisen nachVerona und Rom. Man gestatte aus den Reiserechnungen einzelnesauszuheben. Die meisten Ausgaben gehen natürlich auf Kost, Kleidungund Reise. Zu hohen Festtagen erhält der Junker ein neues Festkleid.Ein Geistlicher unterrichtet ihn im Italienischen. 1551 geht der dritteSohn, Jakob, nach Padua, wo außer ihm noch Wolfgang und Bal-thasar weilen. Jakob ist dort am 27. Februar 1559 gestorben undliegt in der Augustinerkirche begraben. Balthasar ist noch 1552 mitseinem Pädagogen Kaspar Püchler in Padua. Er hat die Absicht, dasJahr daraus an den Rhein zu ziehen. Das traf nicht zu. Dagegenweilt er 1553 in Ferrara. Hier erweist ihm der Herzog „alle Ehreund Freundschaft, und dort kann man, wenn man nur will, Hofweiseund Zucht lernen". All das kostete freilich, namentlich bei dem „zehr-lichen" Herrn Balthasar etwas viel. In den Reiserechnungen werdenalle die großen und kleinen Auslagen für die täglichen Bedürfnissedes Lebens verzeichnet. Die Laute, die der junge Herr spielen lernt,kostet 3 Gulden, dem Lautenschläger, der ihn unterrichtet, zahlt man3 Gulden 8 Schilling; ebensoviel dem Rechenmeister. Der deutschenNation gibt Wolf zu des Rektors Komödie zu Hilfe 8 Schilling, demPedell zu wiederholten Malen 12 Schilling. Mietet er für den Fa-schingszug bei einem Barbier ein Fenster, so kostet das 1 Dukaten;wenn man dem Herzog von Urbino in Venedig entgegenfährt, zahltman für die Gondel 5 und, wenn der Doge auf dem Bucentoro hinaus-