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kanntlich auch für die böhmische Brüdergemeinde schwere Folgen. Diebedeutendsten Sitze der Brüder waren Leitomischl, Turnau, Reichen-burg und Brandeis. Nur das Gebiet des Herrn von Pernstein, derin den Aufstand nicht verwickelt war und dessen Bewohner nicht ge-straft werden konnten, blieb auch weiterhin die Zufluchtstätte für dieböhmischen Brüder. Indem Johann von Pernstein Neustadt a. d.Mettau au Wolf von Stubenberg verkaufte, erhielt dieser Untertanen,die der Brüdergemeinde angehörten. Es war zu erwarten, daß sienicht mehr jenen Schutz finden würden, wie unter dem Haufe Peru-stein: in Wirklichkeit blieben aber die Dinge beim altenU)
Dreiundzwanzigstes Kaznirl.
Die Erziehung im Hause Stubenberg im 16. Jahr-Hunderl. Wolss Charakter und Ende.
Der Wert höherer gesellschaftlicher, selbst wissenschaftlicher undkünstlerischer Ausbildung ist im Hause Stubenberg bis auf unsere Tageherab lebhaft anerkannt worden. Man darf hier an Mitglieder desHauses erinnern, die schon im 13. Jahrhundert entweder die Doktor-würde erlangten oder höhere geistliche Stellen auf Grund ihrer fach-lichen Ausbildung erreichten. Seit jeher bis an den Ausgang des16. Jahrhunderts, in welchem der Bildungsgang des höheren Adels,nicht zu seinem Vorteil, ein anderer wird, ist es Italien, wohin dasHaus seine männliche Jugend zur höheren Ausbildung schickte. Vorallem Padua, an das sich manche Familienerinuerungen knüpften, seit-dem sich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts Friedrich vonStubenberg mit einer Schwester Franzens von Carrara vermählt hatte.Au Wolf trat die Frage der Erziehung der Mitglieder seines Hausesschon in einer Zeit heran, da er selbst noch unvermählt war. Eshandelte sich um die minderjährigen Kinder, erst Kaspars und Bal-thasars aus der Wurmberger Linie, dann vor allem um FranzensSohn, das „Waltherl", wie ihn Wolf Engelbrecht zu nennen pflegt, fürdie er als Vormund mitzusorgen hatte und so auch um seinen jungenVetter, den edlen Georg, mit dem ihn dann treue Freundschaftsbandeverknüpften. In Frage kamen da freilich nur die männlichen Sprossendes Hauses. Die jungen Damen werden in das Frauenkloster nachGöß bei Leoben gegeben, dessen jeweilige Oberin ein Mitglied dessteirischen Adels war. Hier hatten zweifellos seine Schwestern, dannseine Tochter Kreszenz ihre Bildung erhalten, ebenso die TöchterKaspars und eine Tochter Balthasars aus der Wurmberger Linie.Dies Göß ist im 16. Jahrhundert die höhere Töchterschule für die
i) Sieh meinen Aufsatz „Das Haus Stubenberg und die böhmischenB rüd er", in Mitt. d. Vereines f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen, 41, 256ff.