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da sie Mitglieder des hohen Adels und städtische Körperschaften be-trafen, reiche Familien, wie die Khevenhüller, Zollner von Massen-berg u. a>, berechnete man 14.240 Pfund, und was noch fehlte, solltedurch Anlehen eingebracht werden, zu denen zunächst die Verwandten:Radmannsdorf, Steiger, Dietrichstein, Kreigh u. a. größere Summenbeitragen sollten. Im ganzen hätte sich nach dieser Berechnung noch einÜberschuß ergeben, der sofort auf Meliorationen verwendet werden konnte.
Wie früher bei dem versuchten Ankauf von Schlaning und an-läßlich des Wiedererwerbs von Gutenberg ging Wolf auch in Neu-stadt gründlich und praktisch zu Werk. Man entnimmt aus den Wei-sungen, Z die er für die Wirtschaft in Neustadt gegeben hat, daß ereiner der hervorragendsten Ökonomen seiner Zeit gewesen ist, der esverstanden hat, die Erträgnisse seiner Güter aufs höchste zu steigern,ohne seine Untertanen zu überlasten. Jetzt — es ist zu Dreikönig1547 — schickt er zwei Bedienstete nach Böhmen. Sie haben die Auf-gabe, in Neustadt zu dem Rechten zu sehen, wie es mit dein Wassersteht, ob die Mettau etwa so groß ist als die Mur oder die Mürz,welche Fische sie führt, ob Fischottern und Biber vorkommen, welchesdie Weinpreise sind, welchen Preis der Wein in Neustadt habe undob sich die Weinzusuhr lohne, wo und zu welchen Preisen man Fuhr-leute haben könne, wie es mit den Märkten stehe, wie weit man nachBreslau habe u. s. w. Es sollte zunächst der Absatz österreichischerund steirischer Weine von den Stubenbergischen Gütern in Angriffgenommen werden. An all das wurde in einer Zeit gedacht, da inBöhmen die Wogen der Politik hochgingen. Die Briefe, die Kreighin jenen Tagen an Wolf schreibt, drücken die tiefste Besorgnis ausüber die große Zertrennung und Uneinigkeit, die allerorten herrsche:„und stehen alle Sachen in großer Gefahr und Verderbung diesesKönigreichs". „Es geht", heißt es in einer Nachschrift, „übel zu indiesem Lande, aber wer hat es gedacht, daß sich die Sachen so ver-kehren würden. Hütt' ich das gewußt, ich wollt Euch nicht geratenhaben, das Gut zu kaufen." Es folgte in der Tat bald das großeStrafgericht für den Ausstand daselbst, doch bleibt das Haus Stuben-berg unbeteiligt und ungeschädigt. Wolf ließ auch den Mut nicht sinken.Er selbst begab sich noch in diesem Jahre nach Böhmen,-) erkrankteaber auf der Reise, und so verzog sich die Einschreibung in die böh-mische Landtafel und die Aufnahme in die böhmische Laudmannschaftbis zum 5. März 1548.^) Die „verdeutschte" Einschreibung sagt, daßJan von Pernstein sein Erbgut: die Neustadt, Geschloß, Vorstädte,Fischwasser u. s. w., das Städtchen Thuditz, Häuser, Taferue, Höfe,Markt und Dörfer, die dazu gehören, dann Nahorsowitz, Dalsko, Zer-
9 Diese Weisungen sind gedruckt im 42. Bd. der Mitt. d. Vereines f.Gesch. d. Deutschen in Böhmen, S. 14—18.
2) Ersichtlich aus seinem Schreiben an Hans Ungnad vom 5. November1547. Stubenberg-Archiv, Schub. 12.
ch Stubenberg-Archiv, 26/162. Die Verschreibung ist gedruckt in d. Mitt.d. Vereines f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen. S. 42, 18.