selbst in Böhmens) Die Vermittlung des Ankaufs hatte Wolfgangvon Kreigh in die Hände genommen. Da fand sich bald ein Besitz,wie er schöner und vor allem arrondierter nicht leicht wieder gefundenwerden konnte: Neustadt a. d. Mettau, Zu der Herrschaft gehörtenaußer der Stadt selbst nicht weniger als 32 Ortschaften und wie schöndie Lage des Herrensitzes gewesen, davon gibt die Abbildung in derSommerschen Topographie Zeugnis,-) Das Gut befand sich bisher inden Händen der Herren von Pernstein. Die Präliminarien für denKauf wurden 1545 erledigt, der Kauf selbst im folgenden Jahre voll-zogen. Am 23. März dieses Jahres schreibt Wolf an seinen Vetter,den Obersten Burggrafen, er sei es zufrieden, daß er nun den Kaufmit dem Herrn Johann von Pernstein abschließe, er wolle sich mitder Bezahlung dahin richten, daß er sie 14 Tage nach Georgi imHause Ludwig Perus zu Wien leiste. Er möge zu diesem Tag einen„Namhaften" abordnen, damit seine Leute das viele Gell/) nicht un-rechten Leuten in die Hände spielen. Dem Pernstein bittet er dafürzu danken, daß er in den Kauf eingegangen sei und daß er selbst inBöhmen zum Landmann angenommen werde. Die Kosten beliefen sichnach einem Berichte vom 7. September 1546 auf 50.000 Taler, diebar erlegt werden. Dazu kommen dann noch das Einschreibgeld, das500 Taler beträgt, und die Gelder, die auf Botenlohn und Zehrungaufgegangen find. Auch brachte es die Zeitlage mit sich, daß größereGeldsummen in Bereitschaft stehen mußten. Es war die Zeit desSchmalkaldischen Krieges und Ferdinand I. hatte vom böhmischenLandtag eben noch große Steuern verlangt/) Kreigh schreibt darüber:Wer 4000 Taler Wert besitzt, muß zwei gerüstete Pferde und vier.Fußknechte zum Anzug schicken, das macht für Neustadt 25 Pferdeund 50 Fußknechte. Ein Pferd wird für einen Monat aus 12, einFußknecht auf 3 Taler berechnet. Nun hatte Wolf schon ein halbesJahr zuvor, ehe noch der Ankauf vollzogen war, eine genaue Berech-nung über seine Geldbedürfnifse machen lassen. An Bargeld wurdebereits am 23. März 1546 ein Betrag von 22.340 Pfund ausgewiesen;an Außenständen, deren Eingänge um so sicherer zu erwarten waren.
0 Man entnimmt dies einem Schreiben Wolf Engelbrechts, das — es istundatiert — wohl in das Jahr 1544 gehören dürfte. Ebenda.
Über die Größe der Herrschaft belehren uns am besten Vergleiche mitanderen Herrschaften, die man für diese und spätere Jahre machen kann, dasich die Verhältnisse bis zum Ausbruch des dreißigjährigen Krieges nicht son-derlich verschoben haben. Am 9. Mai 16VV sendet der Steuereinnehmer desKöniggrätzer Kreises dem Präsidenten der böhmischen Kammer, Stephan Georgvon Sternberg, ein Verzeichnis der Mitglieder des Herren- und Ritterstandesein, die sich unter Angabe der Anzahl ihrer Untertanen und Kamine zur Steuerbekannt haben. Danach nimmt Rudolf von Stubenberg mit seiner HerrschaftNeustadt und ihren 537 Untertanen und 22V Kaminen die siebente Stelle imHerrenstande ein. Vorangehen ihm nur die Tröka und Smincky. Sieh „Die böh-mischen Landtagsverhandlungen", X. Bd., S. 67.
6) Gezahlt wurde in klingender Münze von Talern bis auf Dreier her-unter. Noch liegt ein Verzeichnis der vorhandenen Geldsorten vor.st Böhm. Landtagsverhandlungen, II, 3ff.