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von demselben Tage. Auch diesmal hat Wolf die genauesten Auskünfteeingeholt, wie es in den Wirtschaftsfragen in Gutenberg bisher bestelltwar. Seinen Diener Thomas Aigner sendet er dahin, um in die Ver-hältnisse Einsicht zu nehmen. Das erste und wichtigste scheint ihm derBesitz der in Gutenberg verwahrten Dokumente zu sein. In einemBriese, den er am 31. Jänner 1553 an Aigner schreibt, klagt er, daßman ihm wohl das Schloß und die Untertanen eingeantwortet habe,aber die Briefe nicht. „Zeige", schreibt er, „dem Kanzler Jonas an,daß viele Briefe über Leute, Stücke, Gülten und Güter dagewesenseien, die zu Gutenberg gehören/") Von Hans Perger verlangt erden genauesten Bericht, „wie es bisher in Gutenberg mit der Wirt-schaft sei gehalten worden, um sich danach richten zu können." Pergermeldet: „Ich als Pfleger hatte alles für den Anbau Notwendige her-zurichten und mit den Hauspflügen zu ackern. Zum Säen sagt manzwei Amter an, die müssen mit Pflügen und Eggen erscheinen, umdie Winteraussaat zu verrichten. Man sät nur Korn, keinen Winter-weizen. Die Düngung wird stets mit den Hauszügen, teils mit Hilfeder Roboter vorgenommen. Diese erhalten viermal Brot: zum Früh-stück, mittags zwei oder drei Gerichte gekochtes Essen und wieder einStück Brot, desgleichen zur Jause und so auch zum Feierabend, undwenn der Wein so wohlfeil ist wie dieses Jahr, auch Wein." Wolfsieht sonach darauf, daß feine Leute gut gehalten werden. Auf demgroßem Felde am Rosenberg werden 400—450, auf den übrigen Fel-dern 200—300 Schober Korn geerntet. In den Weingärten erhalten dieArbeiter außer der Kost 8, 9 bis 10 Pfennig Lohn, demnach ungefähr30 Heller nach unserem Gelde. In einem andern Schriftstücke findenwir Angaben, die Zeugnis davon ablegen, daß Wolfgang, so genauer als Landwirt war, seinen Pflegern doch stets die besten Bedingungenstellte und diese hinwiederum ihrer Herrschaft in größter Treue dienten.Mit dem Heimfall von Gutenberg, wozu in der nächsten Zeit nocheinige Amter der Herrschaft Thalberg vom Hause Dietrichstein zumTeil im Tauschwege erworben wurden, hatte Wolfgang seinen Besitzschon jetzt auf einen Höhestand gebracht, dem sich keine zweite Adels-familie im Steirerlande vergleichen konnte. Die Herrengült Wolfsstellte sich 1552 auf 3211 Pfund 7 Schilling und 21 Pfennig; dazukam jetzt Gutenberg mit 346 Pfund 2 Schilling 19 Pfennig, dem-nach ein Gesamtbesitz von 3553 Pfund 2 Schilling und 10 Pfennig.Im Vergleiche dazu hat die Wurmberger Linie an Herrengült
0 Der ganze für das Vorgehen Wolfs in Wirtschaftssachen so wichtigeBrief ist ebenso wie der noch wichtigere an Hans Perger gedruckt im Archivdes Hauses Stubenberg (Supplement). „Das Archiv Gutenberg." Veröffent-lichungen d. Hist. Landeskommission f. Steierm., XXVI, 64—68.
2) Wir heben aus einem Schreiben des Pflegers Murer die Stelle aus:„Genediger Herr, geleichermaßen, wan E. G. selbs und dero geliebten sun, meinejungen Herren, hinüberkommen mit iren dienern und pherden, will ich IhreGnaden auf das pest bewierten und mein vermögen nit sparen. Wan das nurbeschech, were es mein freudt; den ich will mich gegen Ew. Gnaden und der-selben Kindern in allen fachen unverweislich halten.