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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Balthasars Sohn, an der Gerhabschaft für Georg teil hatte oder, waswahrscheinlicher ist, jetzt auch sein schon verstorbener Vater und damitAssem selbst Entlastung für seine seinerzeitige Tätigkeit als Vormund er-hielt, st Im Jahre 1521 erhält die Wurmberger Linie von dem neuenHerrscher den Lehenbrief über das Hals- und Blutgericht zu den beidenSchlössern Wurmberg und Haus am Bacher.st Kaspar wandte seinWirken immer mehr dem ungarischen Besitz seines Hauses zu, starbaber zu früh — am 15. September 1524 — als daß er in die zumTeil recht verworreneu Erbschaftsverhältnisse nach dem Hause Baum-kircher hätte gründliche Ordnung bringen können. So ist es zu verstehen,wenn noch 1522 zwischen denen von Polheim und der BaumkircherTochter Barbara um den Besitz der Hälfte von Schlaning und Rechnitzgestritten wird und Frau Barbara zur Zahlung von 3090 Pfundverhalten wird.

Als Kaspar von Stubenberg starb, weilten zwei seiner Töchter,Elisabeth und Euphemia, „bei ihrer älteren Schwester", der FrauDorothea von Kaniszai, auf Schloß Walpo in Kroatien. Es ist dasjene hehre Frauengestalt, von der die Geschichte Ungarns in jenen Tagenberichtet. Man denke an die gewitterschweren Augusttage des Jahres1526. Es war am 29. August, als die Blüte des ungarischen Heeresbinnen wenigen Stunden dem Schwerte des Halbmonds erlag oder imRohrdickicht und den Sumpfgräben des Schlachtfeldes erstickte. Unterihnen König Ludwig II., der Letzte der Jagellonen. Da ist es die hoch-sinnige Frau Dorothea, die auf eigene Kosten die Leichen der Gefallenenbirgt. Die Ärmste, sie beklagte ja selbst teure Verwandte und nichtzuletzt den jugendlichen König, an dessen Hof sie eine einflußreicheStellung einnahm. Noch existiert in Ungarn als kostbare Reliquie einGebetbuch, das ihr Wappen zeigt mit den Buchstaben O. H. Es istdreigeteilt: unten drei magrechte Balken (rot-silber-rot), das Wappenihres ersten Gemahls Peter aus dem Hause Gereb. Darüber erhebensich links das Wappen ihres zweiten Gemahls, des Palatins Jmre Perenpi,ein mit halbem Körper aus einer Krone emporragender gekrönter Löwein blauem, und rechts ihr eigenes Familienwappen, eine Greisenklauemit Flügel in goldenein Feldes)

Das ist die erhabene Frau, auf deren Schloß Walpo in denMaitagen des Jahres zuvor die beiden Stubenbergerinnen weilten.Dort haben sie von ihrem Vetter Wolfgang das frühe Ende ihresVaters erfahren, und Dorothea ist es, die jenen den merkwürdigen Trost-brief schreibt, dem man entnimmt, wie viele begründete Hoffnungender Unglückstag von Mohnes auch dem Hause Stubenberg geraubt hat.Dorothea ist die Gemahlin des Palatins, als solche gewiß mächtiggenug, um bei Hose die gefährdeten Interessen des Stubenbergischen

9 Kopie, Stubenberg-Archiv, ö/16,

9 Steierm, Landesarchiv, Landrecht Stnbenberg, 223.

9 Loserth, Aus der steiermärkischen Herrenwelt des 16, Jahrhunderts.Zeitschr, d, Hist. Vereins für Steiermark, VI, 8; dvrt die ungarische Literaturhierüber.