Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

158

sehen kann, mit Eifer der übernommenen Verpflichtungen und war bemüht,fein Mündel vor Schaden zu bewahren.') Wie über Georg, wird er nachdem Tode feines Bruders Balthasar auch die Gerhabschaft über dessenzurückgelassenen Sohn Assem übernommen haben. Im Jahre 1511 ist erSenior seines Hauses, der in solcher Eigenschaft Lehen seines Hausesan die Familien Teusfenbach, Lamberg, Stadler, Gleispach u. a.verleiht. Vom Jahre 1516 an liegen, anfänglich mit einigen Unter-brechungen, die landschaftlichen Steuerbücher von Steiermark vor. Siegestatten uns, zum ersten Mal in die Vermögensverhältnisse des steier-märkischen Großgrundbesitzes Einsicht zu nehmen. Das Haus Stuben-berg hat danach in drei von den fünf Vierteln des Landes liegendenBesitz. Lehen sowohl als Eigen: im Viertel Judenburg ein Jahres-einkommen von 244 Pfund 88 Pfennig, im Viertel Ennstal 190V Pfundund zwischen Drau und Mur 1268 Pfund. Dazu kommt noch derGutenberger Besitz, der sich augenblicklich in den Händen Wilhelms vonGraben befindet und der ein Erträgnis von 618 Pfund 3 Schilling7 Pfennig und einen Heller hat. Der Besitz Kaspars und der seinesMündels Georg beträgt danach zwei Drittel von den: der KapfenbergerLinie, der Gesamtbesitz des Hauses in Steiermark hat die Größe vonjenem des alten Stiftes Admont und ist nahezu sechsmal so groß alsjener von Borau, dazu kommt noch der Besitz in Niederösterreich undjener in Ungarn, über deren Größe keine Angaben vorliegen.

Die großen Schäden in dem Besitzstand des Hauses Stubenbergwaren in der Zeit Friedrichs III. deshalb erfolgt, weil die einzelnenZweige des Hauses, unter sich uneinig, die Bestimmungen der altenErbeinigung außer acht gelassen hatten. Das Verdienst, auf die üblenFolgen der Uneinigkeit hingewiesen zu haben, gebührt zweifellos dembedeutendsten Mitglied des Hauses in den Tagen Maximilians I. undFerdinands I.: Wolfgang. Es spricht für dessen Weisheit, daß er esverstand, endlich den vollständigen Frieden unter den Ungehörigen derWurmberger Linie herzustellen und sie von dem großen Wert der Erb-einigung zu überzeugen. Einträchtig wandten sich nun außer Kaspar,dem Senior des Hauses, Wolfgang und der mittlerweile zur Groß-jährigkeit gelangte Georg an den Kaiser Maximilian mit der Bitte,die Erbeiniqunq zu bestätigen. Der Kaiser tat das zu Wels am18. Dezember 1518.

Nach dem Tode Maximilians und vor der Ankunft seiner Enkelin Deutschland finden wir Kaspar als „zureisenden Landrath" tätig.")Am 1. September 1519 folgte er seinem Vetter Georg seinen Besitz aus:es waren die Schlösser Stubeck, Oberkapsenberg, Klöch undHalbenrain. Man entnimmt der Urkunde, daß auch Erasmus (Assem),

') Urkunde von 1511, April 25. Kaspar an Frau Elisabeth: bittet umNachricht, wo man die Briefe über das (in der Baumkircherfehde) abgebrocheneSchloß Hasbach finden kann, um ihren Sohn vor Schaden zu bewahren.Stubenberg-Archiv, 9/3V.

2) Herbersteins Selbstbiographie in den Uontss rsr. ^.ustr., I, 143. Siehauch Muchar, VIII, 28V.