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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Hauses zu vertrete». Und deshalb hat sich Wolfgang an sie gewendet.Er verlangt Rat von ihr, was man zur Beschützung der Güter derverwaisten Kinder für Mittel anzuwenden habe. Beides, die Anwesen-heit zweier Töchter Kaspars im Schlosse zu Walpo und die Bitte umRat und Hilfe lassen von vornherein erwarten, daß zwischen Dorotheaund den hinterlassenen Kindern ein verwandtschaftliches Verhältnis vor-handen ist. In der Tat nennt sie die Kinder Kaspars ihre Brüder undSchwestern. Beide Ausdrücke sind freilich nicht wörtlich zu nehmen,denn wie Franz nennt sie auch Wolfgang ihren Bruder. Daß an rechteGeschwisterschast nicht zu denken ist, davon zeugt die Wendling desBrieses, in der sie Kaspar nicht ihren, sondern den Vater ihrer Schwesternnennt. Auch würde sie sonst nicht das Wappen des Hauses Kaniszai,sondern ihr eigenes führen. Daß aber doch eine verwandtschaftliche Zu-sammengehörigkeit bestehen muß, zeigt die Stelle, in der sie sagt, manwerde Kaspars Sohn Franz in Ungarn halten, wie es „unser"Name fordert. Sie betrachtet sich sonach als Zugehörige zum Stuben-bergischen Hause, und so liest man denn auch in dem angeschlossenenSchreiben Elisabeths und Euphemias, daß Dorothea sie in gutenWesen halte, nicht wie eine Schwester, sondern wie eine Mutter. Esgibt ja viele Vermutungen, diese Verwandtschaft aufzuklären, aberkaum eine ist völlig einwandfrei. Wie dem auch sei, noch im Jahrevor Mohücs eröffneten sich dem Hause Stubenberg in Ungarn bedeutungs-volle Aussichten. Dorothea lobt in dem Schreiben Wolsgangs Vorhabenmit Franz, Kaspars älterem Sohn. Da er ein wohlerzogener Jünglingsei, wird es gut sein, „ihn her zu der königl. Majestät an den Hofzu schicken". Hier kann er zum besten sehen und lernen, was er einstbraucht und „was unserem Namen und unserer Würde ziemt". Amungarischen Hofe soll also Franz sein Glück machen. „Wir haben", schreibtDorothea, „die Söhne unseres Hauswirts, wir haben auch Freunde,die uns unserer Söhne und unseres Hauswirts wegen geneigt sind undHerrn Franz in jeder Hinsicht fördern werden. Er soll zunächst nachWalpo kommen, hier kann er mit anderen auch in: Lateinischen — damalsder Geschäftssprache in Ungarn — genügend unterrichtet werden."„Wir wollen ihn", schreibt Dorothea, „halten wie unseren Bruder.Und hat er das hoffähige Alter erreicht, so soll es unsere Sorge sein,daß er bei Hof nicht schlecht empfangen wird." Aber nicht bloß Franz,das ganze Haus Stubenberg empfängt glänzende Versprechungen.„Und den andern allen", heißt es weiter, „unseren Brüdern undSchwestern des Namens und Stammes von Stubenberg wollen wir,in welchen Geschäften es immer sein mag, in aller Freundschaft Diensteleisten." Hier hätte sich sonach wohl eine neue ungarische Magnaten-familie deutscher Herkunft kräftig entwickeln können, hätte nicht der Tagbei Mohücs auch ihr einen empfindlichen Stoß versetzt; er raubteihr nicht bloß eine schöne Hoffnung für die Zukunft, sondern vergrößerteauch seine augenblickliche Bedrängnis. Dorotheas Brief enthält auchsonst sehr beachtenswerte Andeutungen. Juliana von Stubenberg seiim Hause Zetschis nicht wohl aufgehoben, die Gründe hiefür will sie