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Hauses Stubenberg, i) Wie mag man da bedauern, daß so viele wert-volle Briefe heute verloren sind, darunter „der jungen Herrn vonStubenberg Sendbriefe". Der junge Georg blieb übrigens in derPflege seiner Mutter und als ihn die beiden Gerhaben von da weg-nehmen wollten, beschwerte sie sich beim Kaiser, der ihren KlagenGehör schenkte. Auch das Vermächtnis nach ihrem Gatten ihr abzu-lösen, wurde den Gerhaben nicht gestattet.
Die Zeit, wann sich Kaspar und Balthasar vermählten, ist nichtbekannt. Beide waren zweimal verheiratet. Kaspar in erster Ehe mitBarbara, aus dein Hause der Bänsfy von Also-Lindva, in zweiter Ehemit Hippolyts von Polheim, ch Balthasar in erster Ehe mit Sara ausdem ungarischen Adelshause der Kaniszai, in zweiter Ehe mit Wandulavon Reichenburg. Für die Vermählung Balthasars mit Sara von Kaniszaifehlen urkundliche Belege, doch wird Sara in der kurzen genealogischenBeschreibung der Herren von Stubenberg als seine Gemahlin genannt^und dazu bemerkt, daß aus dieser Ehe ein Sohn namens Erasmusstammte. Balthasar selbst starb frühzeitig. Seine Witwe Wandulastiftete am 24. April 1509 mit 50 Pfund, die vom Schlosse Gleichen-berg zu bezahlen waren, in der Michaelspfarre zu Passail ein ewigesLichtch.
Mit dem Hause Kaniszai waren die Stubenberge auch sonst innaher Verbindung. Die Schwiegermutter Andres von Stubenbergstammte aus diesem Geschlechte. °) Barbara, die Gattin Kaspars, wirdin den Urkunden gelegentlich „die Bamphin" genannt. Den beidenEhen Kaspars entsprossen neun Kinder: Balbina, Felizitas, Petronella,Franz, Elisabeth, Katharina, Juliana, Euphemia und Ambras. Ver-hältnismäßig wenig läßt sich aus den vorhandenen Quellen über diepolitische und ökonomische Tätigkeit Kaspars und Balthasars mitteilen.Die Verbindung mit den ungarischen Adelshäusern, der Besitz, den siein Ungarn gewonnen, brachte es mit sich, daß sie stark aus die ungarischeSeite neigten und beim ungarischen Hofe Bedeutung gewannen.
Trotzdem Elisabeth die Gerhabschast Kaspars für ihren unmündigenSohn Georg mit ungünstigen Augen ansah, waltete dieser, soweit man
U Gedruckt bei Loserth, Das Archiv des Hauses Stubenberg, 30—101.
2) Stubenberg-Archiv, 7/20.
ch Wenn die Stammtafel des Hauses Stubenberg als erste GemahlinKaspars Hippolyts nennt, so ist das, wie aus neuestens aufgefundenen Urkundenersichtlich ist, ein Irrtum; denn wir kennen den Gatten, den Hippolyts inzweiter Ehe hatte: Balthasar von Gleinitz, Sieh auch die „Uiberslahung undTeilung beschehen zwischen der Witfrauen (Hippolyts) und den Kindern", imsteiernr Landesarchiv, Stubenberg-Archiv.
ch Seite 11.
2) Kopie, Pap., steierm. Landesarchiv, ohne Nummer.
ch Stubenberg-Archiv, 4/13. Urkunde vom 8. Mai 1öl)2. Vom 21. Jänner1510 datiert ein Pergamentbrief des Königs Wladislaw von Ungarn für FrauKatharina von Kaniszai über Schlaft und Kastell V eres ivar (Landrecht Stnben-berg, 223); da sich dieses 1524 im Besitze der Söhne des Kaspar von Stubenbergbefindet, so scheint es durch die von Kaniszai entweder mittel- und unmittelbaran die Stubenberge gekommen zu sein (Stubenberg-Archiv, 37/254 b).