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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Domherrn Balthasar wird das ersichtlichst) es meldet freilich auch, daßBarbaras Ansprüche seinerzeit von Kaiser Maximilian unter Hinweisauf die Stubenbergische Erbeinignng abgewiesen wurden. Bevor wirauf die Geschichte Barbaras und ihrer Tochter Magdalena weiter ein-gehen, haben wir die ältere Verbindung der Häuser Stubenberg undBaumkircher in ihrer weiteren Entwicklung ins Auge zu fassen.

Die Vormundschaft^) über die Kinder Hansens von Stubenbergaus dessen Ehe mit Martha Baumkircher: Kaspar und Balthasarhatte ihr Oheim Friedrich übernommen. Wir erfahren über ihre Er-ziehung aus den Quellen nichts, dürfen aber aus den ehelichen Ver-bindungen, die beide eingingen, entnehmen, daß sie eng mit derFamilie Baumkircher verbunden waren. Sie werden also lange Zeit inUngarn verweilt haben. Im Jahre 1496 werden sie großjährig ge-worden fein, denn sie stellen da schon selbständig Urkunden aus. Am18. Mai 1498 fand dann die Übergabe ihres väterlichen Erbes an siestatt st) es war die Herrschaft Wurmberg samt Zugehör. Doch wares auch diesmal nicht ganz ohne Streitigkeiten mit dem Vormund ab-gegangen, die aber unter der Vermittlung des LandeshauptmannesReinprecht von Reichenburg, Wolfgangs und Andres von Stubenbergbeigelegt wurden.st Nach dem Ausgang des Baumkirchernamens inUngarn fiel ihnen zugleich mit Barbara ein Teil des liegenden Besitzesder Baumkircher in Ungarn zu st) zunächst Schloß Kaisersbergsamt Zugehör, über dessen Besitz ihnen Seifried von Polheim am29. Juli 1592 vier Urkunden einhändigte.I Auch die Urkunde Maxi-milians I. vom 29. Dezember 1492 über den Baumkircherbefitz Rechnitzwird damals übergeben worden sein.

Wie Friedrich von Stubenberg seinerzeit die Gerhabschaft überKaspar und Balthasar geführt hatte, so übernahmen diese nun trotzdes Widerstrebens Elisabeths, der Witwe Friedrichs, die Vormundschaftüber dessen Hinterbliebenen Sohn Georg.') Doch mußte auf kaiserlichenBefehl hin ein genaues Inventar über Friedrichs Hab und Gut, „Briefeund Register" durch den Verweser der Landeshauptmannschaft, KasparKienberger, den Vizedom in Steier, Leonhard von Ernau, und die RäteAndre Spangsteiner und Leonhard von Harrach nebst einem Mitglied derVerwandtschaft Elisabeths angelegt werden. Kaspar und Balthasar wurdenverpflichtet, über ihre Gerhabschaft vor dem Landesverweser und zweiMitgliedern der Landschaft Rechnung zu legen, „wie getreue Gerhabenschuldig find".8) Dieses damals angelegte Register ist besonders reichan Erinnerungen an eine der wichtigsten Perioden der Geschichte des

9 Stubenberg-Archiv, 4/16.

9 Sie dauerte, wie man eiuem Schreibe» Kaspars an Maximilian (Stuben-berg-Archiv, 12/80) entnimmt, „in die 18 Jahre",st Orig-Perg., Not.-Bl. IX, 437.st Ebenda.

9 Sieh oben.

st Orig.-Perg., steirisches Landesarchiv, unnumeriert.st Ebenda, Stubenberg-Archiv, 7/20.st Ebenda, 7/20.