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die vier gebräuchlichen Zitativnen vor offener Schranne bereits ge-schehen und niemand solche Dokumente vorgebracht habe. Wenn manvon Thomas vermutet, daß er zweimal verheiratet gewesen, von seineinBruder Wolfgang weiß man es. Man weiß auch, daß ihm erst seinezweite Ehe das Glück gebracht, das er in der ersten nicht gefundenhat, und weiß endlich, daß die zweite Ehe ein Glück für den Besitzstanddes Gesamthauses war. Wolfgang war in erster Ehe mit Cymburgavon Fladnitz vermählt. Die Fladnitzer waren ältere Lehensträger desHauses Stubenberg. Wie es scheint, wurde der reiche Erbe des altenHauses durch Mittel ins Netz gelockt, die zu allen Zeiten angewendetwerden und vor denen Eltern, die durch Schaden klug geworden, dieSohne warnen. Auch Wolfgang hatte die Zeit, von der man sagt, „alsich noch irrte, halt' ich viele Freunde". Als er älter geworden, schrieber jene feinen Lebensregeln, die einen tiefen ethischen Gehalt besitzenund die uns Wolfgang als einen welterfahrenen Mann von seltenerLebensweisheit zeigen. Die Fehler seiner Jugend — er verschweigt sieden Söhnen nicht, die Fehler der Wurmberger Linie — er kennt siegenau, die seiner Neffen und Nichten, sie sollen ein warnendes Bei-spiel werden für seine eigenen Kinder, und sie sind es geworden. Vonseiner eigenen ersten Ehe sagt er:ff „Huets enk vor den junkfrann, dienit wol mayd sind; und gebts in nit ring, wann sie bald unedl da-mit anfachen, daß ainer sie nemen mueß. Und haben bald leut, diein(en) fein Helfer. Es ist mir mit mein ersten weib widerfahren." Erhatte danach wohl üble Erfahrungen gemacht. Die Heirat fand imJänner 1471 statt. Wolfgang widerlegte ihr Heiratsgut von 400 Pfundmit dem doppelten Betrage und verpfändete ihr dafür benannte Güter, ffDieser Ehe entsproßten drei Töchter, Margarete, Christine und Mag-dalena, von denen die erste die Gattin Jörg Baumkirchers, die zweitedie Stephans von Perneck, die dritte die eines Glewitzers wurde.Glücklicher war Wolfgangs zweite Ehe mit seiner Cousine Helene, derTochter Leutolds und Ursulas. Wann die zweite Ehe abgeschlossenwurde, ist nicht sicher. Wir besitzen aber eine Urkunde vom 28. Dezem-ber 1492, in welcher der Provinzial des Franziskanerordens in Ofter-reich Helene, die Gattin Wolfgangs, und ihre Kinder in die Ver-brüderung des Ordens aufnimmt, ff Aus zweiter Ehe stammten dreiSöhne und zwei Töchter. Von den Söhnen führen zwei den Namendes Vaters; der eine von den beiden ist früh gestorben, der andereist jener Wolfgang, der das Stubenbergische Haus zu der Bedeutunggebracht hat, die es das ganze 16. und die beiden ersten Jahrzehnte
U Ermahnungen des Wolf von Stubenberg an seine Söhne. Steierm.Landesarchiv, gedr. von Luschin im 23. Heft der Mitt. d. Hist. Vereines f.Steierm., S. 51. Es ist die 26. Lebensregel.
2) Orig.-Perg., steierm. Landesarchiv, 735V a. Cymburgas Vater warFriedrich von Fladnitz; 1489 ist ein Friedrich von Fladnitz Pfleger zu Ober-kapfenberg, wahrscheinlich identisch mit Cymburgas Vater, mit dein Wolfgangvon Stukenborg übrigens 149V in ärgerliche Prozesse verwickelt war.6) Steierm. Landesarchiv, 7194 a.