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jüngere Linie des Hauses Stubenberg gelangte. Der erste dieser Linieist Hans, denn sein Bruder Friedrich hat mit dem Pettauer Erbenichts zu tun. Aber eben die großen Erbschaften des Hauses schufenjene unerquickliche Lage, die in dem tragischen Ausgang des AndreasBaumkircher ersichtlich ist.
Fttnfzrhnkrs Razniel.
Andreas Baumkircher und das Haus Skubenkerg.
Die steirische Geschichte ist nicht reich an besonders aufregendenEreignissen. Man muß da schon in die letzten Jahrzehnte des 13. Jahr-hunderts zurückgehen, in denen weltbewegende Begebenheiten auf-unserer Heimatserde ihren Ausgang genommen haben. Später ist eserst wieder die Türkenzeit mit ihren Schrecken, die die Gemüter auf-rüttelt, dann sind es die schweren Kämpfe, die der bedächtige KaiserFriedrich III. im Interesse der landesfürstlichen Gewalten mit seinemAdel durchkämpft. Hier erhebt sich unter den Gegnern dieses Kaisersdie Gestalt des Andreas Baumkircher, dessen Emporsteigen zu großerMacht und dessen tragischer Sturz von jeher das Interesse aller Steier-märker geweckt hat und es bis zu dieser Stunde besitzt. Doch nichteine neue Darstellung von Baumkirchers Glück und Ende soll hiergegeben, der reichen Literatur/) die wir über den Gegenstand ausder Feder von Poeten und Geschichtsforschern besitzen, nicht eine neueNummer angefügt, sondern aus den Stubenbergischen Papieren undPergamenten heraus nur der Anteil gezeichnet werden, den diesesHaus an jenen Ereignissen genommen hat. Es wird sich ergeben, daßder Forscher dem Gegenstande vom Standpunkte der Adelsgeschichteimmer noch eine und die andere neue Seite abgewinnen kann.
Die Baumkircher stehen schon lange vor Andreas in engererVerbindung mit dem Hause Stubenberg; wir finden nahe Beziehungenschon 1381 und 1446. Sie haben von ihm Güter zu Lehen. Und dochberührt es uns seltsam — denn Lehensleute hatte das Haus Stuben-berg auch sonst in großer Zahl—, daß ein Stubenberg, es ist Hans,in einer Urkunde vom 24. April 1463 dem Gespan von Preßburg,Andre Pambkircher, für den Fall seines kinderlosen Abganges denAnfall seiner von seiner Mutter ererbten Schlösser Wurmberg, Schwan-berg, Hollenburg und Mantrach zusichert. Wo bleibt da die nächsteVerwandtschaft Hansens: die alte Erbeinigung? Welches sind die Ver-
l) Es soll hier auch nicht die ganze Baumkircher-Literatur vermerktwerden; sie findet sich in den letzten drei Schriften, die über den Gegenstandhandeln: 1. Franz v. Krön es, Beiträge zur Geschichte der Baumkircher-Fehde(1469—1470) und ihrer Nachwehen. Arch. f. österr. Gesch., 89. Bd., S. 369—450.2. F. v. Krvnes, Die Baumkircher, Geschichtliche Untersuchungen. Ebenda91. Bd., S. 511—639, und 3. Jgnaz Rothenberg, Andreas Baumkircher undseine Fehde mit Kaiser Friedrich Iii. (1469—1471). Zeitschr. d. Hist. Vereinesf. Steiermark, VI, 87—94.