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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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nähere Berichte darüber einem Augenzeugen: Peter Suchenwirt, derden Herzog auf seiner Ritterfahrt gegen die heidnischen Preußen alsHofdiener und als Dichter begleitete, und dessen genaue und lebendigeSchilderung uns um so willkommener ist, als keine unserer Chronikeneine Darstellung dieser Kreuzfahrt gibt, sondern nur wenige und auchdie nur nebenher davon Meldung tun. st - Der Kreuzfahrt als solcherkommt ja bekanntlich nur eine geringe geschichtliche Bedeutung zu, aberSuchenwirts Erzählung bietet doch für die Sittengeschichte jener Zeit,für die Geschichte des heimischen Adels, ja selbst für die alte Geo-graphie viel Bemerkenswertes. Wir lassen den Jnhaltst in Kürze folgenund heben nur jene Stellen genauer heraus, die vom Anteil des HausesStubenberg an der Kreuzfahrt dieses Herzogs sprechen:

Es war im Jahre 1377, als Herzog Albrecht ausbrach. SeinHerz trieb ihn an, den Ritterschlag zu erwerben. Mit ihm ritten50 Dienstmannen, fünf Grafen stolz und hochgemut: Hans von Mayd-burg, Haug von Montfort und Gras Hermann von Cilli samt Sohnund Vetter. Von Laa, wo man sich sammelt, geht es nach Breslau.Dort gibt es hohe Feste: Zarte, minnigliche Weiber zieren sich zumancherlei Freude sowie der kühle Mai Anger und Wald mit Blumenschmückt. Von Breslau geht es nach Thorn, dann nach Marienburg,wo Winrich von Knieprode, der Großmeister des Deutschen Ordens,residiert und die Kreuzfahrer herrlich bewirtet. In Königsberg ist esunser Herzog, der die größte Pracht entfaltet und mit Gold und Silberund Edelsteinen nicht spart. Nicht minder glänzend ist das Gastmahl,das der Hochmeister gibt. Dann ziehen die Ritter durchs Samlandnach Jnsterburg an die Memel, wo 610 Schiffe zur Überfahrt bereitliegen, durch Wildnisse, über Gräben und Wasser, Sumpf und Rain,durch Dickicht und Baumstämme bis in der Heiden Land nach Samaiten.Dort erteilt Gras Hermann von Cilli dem Herzog den „ehrenreichen"Schlag und dieser schlägt sofort 74 zu Rittern. Dann wird das Landnach allen Seiten durchstreift, der Heiden werden viele erschlagen. Amdritten Tag gelangt man in das Land Rüsseina; hier gibt GrafHermann von Cilli 82 Rittern ein prächtiges Mahl:

Nichts anders trank man zu dem Mal

Als Wippacher und RainfalUnd guten Luttenberger Wein.

Der Sache will ich Zeuge sein,

sagt der Dichter, der dabei gewesen. Darauf kommt eine gar schlimme

begnügt, was Kurz, Österreich unter Albrecht III., I, 141—147, darüber er-zählt; daß drei namentlich genannte Stubenberge unter den Teilnehmernwaren, ist ganz übersehen. Auch Mayer, Gesch. d. Steierm., bietet nichts undMuch ar wenig. Am meisten hat noch Gebler, Gesch. d. Steierm., S. 201. Siehauch Hönisch, Albrechts III., Herzogs von Osterreich und Steier, Preußenzug,„Grazer Zeitung" 1877, 2. n. gl Jänner.

st Peter Suchenwirts Werke aus dem 14. Jahrhundert. Herausgegebenvon Pr im isser, S. 196.

st Nach Primisser, S. 195/196. Auch F. Kurz, Österreich unterAlbrecht Iii., I, 143, enthält eine solche Inhaltsangabe.