Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

65

die dem Bamberger Bistum in Kärnten zugehören, werden für dieganze Regierungszeit Wülfings seiner Pflege anvertraut, nur be-züglich der Maut zu Villach und der Steuer in den Städten soller ohne besonderen Auftrag nichts vornehmen.') Die Übergabe seitensdes Vorgängers im Amte zog sich allerdings noch einige Zeit hin.Im Verein mit seinem Neffen Konrad vonPotendorf legte Friedrich von Stubenbergzuerst die Irrung bei, die zwischen demBischof Wülfing und Rudolf von Raseil be-züglich des Schlosses Pregrad bestand ch undhalf dann seinem Bruder die ersten finan-ziellen Schwierigkeiten überwinden, in diedas Bistum geraten war. Am 17. Juni 1366beurkundet der Bischof, daß Friedrich mit an-deren Verwandten und Dienern seines Hauseseine Bürgschaft für 40V Mark Silber über-nommen habe und verpflichtet sich, einen et-waigen aus dieser Bürgschaft entspringendenSchaden zu ersetzen. Die Urkunde wurde imHause Stubenberg in hohen Ehren gehalten.

Eine spätere Hand hat an der äußeren Seitedie erfreuliche Tatsache konstatiert, „daß einHerr von Stubenberg ,Pischols zu Pabenberggewest istz".ch (Sieh Abb. Nr. 10.)

Friedrichs Tätigkeit ist von jetzt an fastausschließlich dem Bamberger Besitz iuKärnten zugewandt; sie verwickelte ihn nichtselten in Streitigkeiten, von denen die eineund die andere mit bewaffneter Hand aus-getragen werden mußte.Z Die finanziellen Schwierigkeiten hieltenauch in den nächsten Jahren an,°) ohne daß man immer genauersehen konnte, worin sie begründet waren. So verpfändete er imFebruar und März 1311 die in Kärnten gelegenen BambergischenStädte, Märkte und Schlösser Finkeilstein, Dietrichstein, Feldkirchen,

') Orig.-Perg. im Reichsarchiv zu München. Kopie im steierm. Landes-archiv, 1675 a.

2) Its^A.1Zoi>za,V,66,78.Not.-Bl. Vl,369. Sieh steierm. Landesarchiv, 1671a.

3) Orig.-Perg., steierm. Landesarchiv, 1692. Aus dem OberkapfenbergerArchiv Not.-Bl. VI, 389; das rote ovale Wachssiegel hat die Legende: 8(iAillnm)lstralris) 1V(n)lv. . Zi, Osi (Zral. . tZaradsrASvKis soo(1ssi)s sp(isoopn)s.Wülfing kniend in der Tiefe (vor den Stiftern von Bamberg). Rechts und linkszwei Männer: links der Kaiser, rechts der Papst. In ctorso gleichzeitig: vsLäsinssiovs ki-alris noslri lCriäorioi sk atiornm parsvtarnm noslrornm pro100 raarois a änäsis.

tz Es kann natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die ganze Verwaltungdes kärntnisch-bambergischen Besitzes durch Friedrich von Stubenberg zu schildern.Die Quellen hiefür erliegen im Münchener Reichsarchiv und wurden seinerzeitfür das steierm. Landesarchiv durch I. von Zahn kopiert.

5) Sieh oben die Urkunde vom 25. Jänner 1310.

Loserth, Gesch. d. altstcir. Herren- u. Grafenhanses Stubsnbsrg. g

Abb. Nr. 10.

Siegel Wülfings vonSkubenberg.(Original, steierm. Landesarchiv.)