Im Laufe der Zeit war es auch zu einem freundschaftlichen Verhältnis zwischenihm und den Besitzern der Druckerei geworden. Der Verlag Hitschmann ließ faß allefeine Publikationen bei Gerold drucken und so war es naheliegend, daß Frau AnnaINanz,als die wirtschaftliche Lage sie zum Verkaufe ihres Unternehmens drängte, zunächst andie Brüder Hitfchmann, die sich schon seit Iahren mit dem Gedanken der Erwerbungeiner eigenen Druckerei trugen, herantrat. Nach längeren Verhandlungen wurde maneinig und am ig. Dezember 190g ging die Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in dasEigentum der beiden Brüder Robert und Dr. Hugo Hitfchmann über, die, zwölf Jahrespäter, am ig. Juli 1917 auch den Verlag, den letzten Zweig der Geroldfchen Be-triebe, erwarben, der zuletzt von dem Schwiegersohn der Frau lNanz, Ingenieur FriedrichProffinagg, geleitet worden ivar.
Die Ofßzin wurde im Frühjahr 1906 in ein neugebautes Haus am Hamerling-platz übertragen, an dessen Ecke jetzt das uralte künstlerische, schmiedeeiserne Schild, das schondas Haus der Iesuiter zierte (S. 62), prangt. Sie wurde mit ganz neucrHchUaschinen aus-gestattet, ihre Leistungsfähigkeit wieder ans die einstige Höhe gebracht und noch ver-mehrt. In ihr werden jetzt in erster Linie die sämtlichen Zeitungen des HitschmannschenIournalverlages und die sonstigen, meistens in das Gebiet der Land- und Forstwirtschastschlagenden Verlagswerke gedruckt, aber auch zahlreiche Lohnarbeiten ausgeführt. Sieund die Verlagsbuchhandlung stehen unter der speziellen Leitung Dr. Hugo Hitschmanns,während Robert Hitfchmann sich hauptsächlich mit der Redaktion der „Wiener Land-wirtschaftlichen Zeitung" besaßt, die gerade in diesen Tagen ihr 7gjähriges Jubiläumfeiert und nach wie vor das führende Organ ans diesem Gebiete in Osterreich geblieben ist.
Zu dem eigentlich.Hitschmannschen Verlag sind, wie erwähnt, im Jahre 1917 auchdie letzten Reste des Geroldfchen Verlages hinzugekommen, der, wie die Faksimilia ansS. 2Z und ÜZ schon unter Joses und Carl Gerold auch wertvolle land- und forst-
wissenschaftliche Werke umfaßte. Daß er noch nicht, den Intentionen der neuen Besitzerentsprechend, zum alten Umfang ausgestaltet werden konnte, liegt einerseits in demUmstand, daß der Verlag Gerold stark heruntergekommen war, anderseits in dentraurigen Zeitverhältnissen. Er wurde ja von den Brüdern Hitfchmann gerade in jenemZeitpunkt erworben, als die Verlagstätigkeit in Osterreich infolge des 'Weltkrieges in einsehr kritisches Stadium trat. Das letzte Jahr des V?eltkrieges war aber leider nur derBeginn vielleicht der schwersten Zeit, die die österreichische Verlagstätigkeit je durch-zumachen hatte, da ße in den ersten Iahren nach dem Umsturz durch die politischen undallgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse der jungen Republik saß ganz lahmgelegt war.
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