Druckschrift 
Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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Schlegels Drucke sind in der Regel deutsch oder lateinisch; es stnden sich aber auchitalienische und ungarische. Sie sind fasi durchwegs dem Geschmack und Können derZeit entsprechend, zeichnen sich durch eine besonders gute Antiquatype und ihren Reichtuman hübschen Kupsersiichen, insbesondere von Peter Schubart von Ehrenberg und JohannAndreas Pfeffel, aus.

Im Wiener Universitätsarchiv sind uns mehrere Akten erhalten, die einen Einblickin Schlegels Privatleben gewähren. Mät seiner Frau Eva Rosina, geborenen Eckhart,die den Hebammenbernf ausübte, lebte er in Unfrieden. Dreimal entlies siehinterlistig undlieblos dem häuslichen Herd". Die Ehe wurde schließlich durch der Gattin Schuld (i 711)getrennt. Schlegel enterbte seine Frau in seinem Testament und setzte in demselben seinenVetter Wolsgang Schwendimann zum Universalerben ein. Die Osstzin befand sichdamals im sogenannten Drachschen Haus auf dem alten Fleischmarkt. In diesem Hausstarb auch Schlegel in seinem 62. Lebensjahr am g. Februar 1716. Er wurde, seinemlWunsche entsprechend, aus dem Stephanssreithos begraben.

Wolsgang Schwendimann stammte aus Hannover und war seit 1704 bei SchlegelGeselle. Bald nachdem er dessen Nachfolger geworden, heiratete er Felicitas, die Tochterdes Wiener Bäckermeisters Hanns NUchael Wagenlehner, der sich als Fähnrich bei derTürkenbelagerung ausgezeichnet hatte und nun beim Schottentor sein Geschäft betrieb.Die Hochzeit fand am 6. August 1716 statt. Schwendimanns Beistände waren derBuchbinder Johann Jakob Koll und der Universitätsbuchhändler Franz Christian Wilhelm.Im Ehekontrakt heißt es, daß die Braut an INitgist gc>o st. zubrachte, wogegen derBräutigam ihr 1000 st. und seine Osstzin verschrieb. Ntaria Felicitas schenkte ihremGemahl zwei Söhne, die sich beide dem geistlichen Stand widmeten und eine Tochter,die später den Weißbäcker Straub in der Leopoldstadt heiratete. Aber schon 1721 wurdeSchwendimann Witwer und am 6. Februar 17Z4 starb er selbst im g6. Lebensjahrohne Testament. Vormund seiner minderjährigen Kinder wurde der UniversitätsbnchdruckerGregor Kurzböck, der eine Gerold zur Frau hatte und der Vater des berühmten JosesKurzböck wurde.

Schwendimanns Osstzin war nicht groß, aber gut eingerichtet. Bei seinem Todefanden sich 70 Schriftkästen und drei Pressen im Gesamtwert von 2goo st. vor. DasVermögensverzeichnis spricht auch von vielen vorhandenen Büchern seines Verlages:Katechismen, Kinderschriften und kleine Gebetbücher.

Aber auch größere Druckwerke hat er hergestellt. So unter anderen in lateinischerSprache: Sebastian Insprugger, Der Orden vom Goldenen Vließ (17Z0); I. G. B.Nrayr, Die Päpste aus dem Benediktiner-Orden (1728); Bernh. Link, Chronik des StiftesZwettl mit einer interessanten Karte (172z); Franz Höller, Geschichte der Kanzlei der