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Parentalia : Grundlagen zu einer Geschichte der Bangen
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i58o. Am 8ten Januar i58o berichtet der Pfarrer Johan Bange vonAllendorf über den gewesenen Schulmeister Johannes Hencceliusdaselbst an den Superintendenten Tholde : Was seine Moresanlangt, so sind dieselbigen agrestes et rustici gnug. Was seine Dili-gentia anlangt et assiduitatem, die er bei unser Jugend solte ange-wendet haben, kann nit alleine ich sondern auch eine ganze Bürger-schaft ihme das in Warheit nachsagen, dass er gar nachlessig gewesenalso dass er auch die meiste Zeit nit viel mehr als 2 oder 3 Knabenbei sich in die Schul gehende gehapt und unser Schule also wegenseinem grossen Unfleiss also gar in Abgangk kommen, dass es ohnegrosse Mühe nit wirdt zugehen, diesselbige mit einer solchen Frequenzwie sie vor ihme bei anderen gewesen, wieder anzurichten. Zumandern belangend seine Confession und sonderlich in dem streittigenArtickel de coena Dni kan ich itzo nit eigentlich wissen, was er dieserZeit in dem Schilde führe... ist aber nicht ohn, dass er zuvor als eranhero an diesen Schuldienst kommen, sich heftig unsrer Kirchencon-fession in Art. de coena wiedersetzt hat. Derwegen zu vermuthen,dass der Apfel bis noch nach dem Stamme schmecke, sintemal inendie Lichenses theologi, die rechten Erz-calvinischen Ketzer vor andernpromotis Magistris und sonst noch mehrern vortrefflichen gelehrtenMännern auch beforddert und vorgezogen haben. Daher dann leicht-lich abzunehmen, ob er schon vor E. E. den Wolfpelz bedeckt, dochmit ihnen ululaut habe und seye also neutrius generis und wie manihn haben will [Akten der Superintendentur Marburg betr. Treiss ander Lumda, Allendorf, Winden, Nordeck, Londorff. Abschriftlich inChronik des Pfarr. Ruppersberg im Superintendenturarchiv zu Mar-burg, p. 773].

Die Veranlassung zu Bange’s Weggang von Allendorf warein böser Streit mit dem Bürgermeister Joh. Moly und demRatsherrn Aeneas am Endt, der, beim Weine begonnen, damitendigte, dass die Beteiligten am 2 März i5go ihres Amtes ent-lassen wurden, während Bange’s Schwager *), der RentmeisterJoh. Korman, mit einer Geldstrafe davon kam [Protok. derMarb. Regierungskanzlei i58g-go Staatsarchiv Marburg].

*) Das Wort ist an sich doppelsinnig ; der Umstände halber kann es aberdoch nur bedeuten, dass Bange die Schwester Korman’s [Kornmann]geheiratet hatte.