Lessing '); auch wusste er sich musterhaft im Deutschen aus-zudrücken. Als ich Student geworden leitete er meine grie-chische und lateinische Lektüre. Es musste Alles stufenweisegehen. Zuweilen musste ich mit meinem Vetter, den ich in derSprache des Herzens Bruder nenne, dem jetzigen Konsistorial-rath und Professor Leonhard Creuzer in Marburg, in latein-ischer Sprache über Themata disputieren, die der Oheim unszuvor eingesandt hatte. Wyttenbach’s Bibliotheca critica wurdejetzt auch von mir gelesen und erhielt mich in einer heilsamenStimmung von Demuth. Keinem meiner früheren Lehrer hatteich soviel zu verdanken, als ihm. Er starb, da ich eben Profes-sor geworden * 2 ) und seines Rathes oft noch bedurft hätte.Sein ältester Sohn, ganz 3 ) von ihm bis zur Universität 4 )
b Die Bekanntschaft mit Lessings Laokoon verdankte Creuzer auch seinemOheim (S. 20).
2 ) Ord. Professor der Griech. Sprache am 3 i. Dez. 1802, nachdem ihmschon unterm 21. Oct. 1800 die ausserord. Professur übertragen worden war.
3 ) Dies ist ein Irrthum Creuzers, denn der jüngere Bang besuchte, wiesein Vater, vom 18. Oct. 1790 an die Latina der Franckeschen Stiftungen zuHalle.
4 ) In Marburg wurde er unter dem 14. Febr. 1793, in Göttingen am 20. Aprildesselben Jahres immatrikuliert. Nach den Stammbuchblättern scheint erbis Ende März 1796 in Göttingen geblieben zu sein. Dass er hier bei Heynegehört, lässt sich nicht nachweisen, da die Quaestur-Akten aus dieser Zeitfehlen ; nach Wyttenbachs Empfehlung ist es aber wohl selbstverständlich(s. S. 3 o Z. 4). Auch wird er nicht verfehlt haben, bei seinem grossen Lands-mann Georg Christoph Lichtenberg zu hören. — Nach seinem Weggangvon Göttingen hat er sodann bis gegen Nov. 1797 eine Informatur imMecklenburgischen innegehabt. — Da er unterm 7. April 1797 zwar vomBesuche der Universität Rinteln dispensiert, ihm aber anheimgestelltwurde, noch ein Jahr in Marburg zu studieren, so scheint er im neuenSemester noch Marburg gegangen zu sein, wo er nach Ausweis der Stamm-buchblätter im Jan. und Febr. 1798 gewesen ist, doch ohne immatrikuliertzu sein ; vergl. auch den folgenden Eintrag im Suppliquen-Protokolle desCasseler Geheimen Rats :
« Actum Cassel Dienstag den 2o ten Februar 1798.
Der Studiosus theologiae Johann Henrich Bange aus Gossfelden, dermalen