Druckschrift 
Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Adelsstand, Diplom vom 5. Mai 1704 für Johann Ebel (Ebell), Haupt-mann der Königlich Preußischen Leibwache. Das Geschlecht istlängst erloschen. Nach Ledebuhr war jener Johann Ebell von KönigFriedrich I. in den Adelsstand erhoben. Das Wappen bestehtaus einem halben pieußischen Adler und dreimal geästeten Eichen-zweig. Hier möchte ich meine verehrten Stammesgenossen um be-sondere Vorsicht bitten. Es gibt für mein Empfinden nichts kläg-licheres, als wenn ein altes, gutes Bürgergeschlecht sehnsüchtig nachdem Adel schielt, und wenn sogar Familienforschungen nur zumZweck eine Adelsverwandtschaft festzustellen, angestellt werden, diedann ihren vermeintlichen Höhepunkt finden, wenn nachgewiesenist,daß auch sie einmal adlig waren. Gerade der Adel belächeltmit Reclic solch törichtes Gebahren sehr mitleidig. Wir aber habenwahrlich nicht nötig, darauf zu sehen, und wollen uns vor Augenhalten, daß 1704, zurZeit als jener Johann Ebell geadelt wurde, unserUrahn Matthias als ehrsamer Böttchermeister in Perleberg lebte undden Grundstein zu einem alten Stammgeschlecht legte, das demkleinen Landadel in mancher Beziehung gewachsen, ja überlegenerscheint. Interessant wäre es natürlich, den Vorfahren jenes JohannEbell nachzuspüren, vielleicht daß wir ihn einmal unter einemder alten Tischlermeister oder Lakenmacher registrieren können.Praktisch aber hat es keine Bedeutung, und das steht fest, jenesGeschlecht ist längst erloschen.

Weiter ist mir in der genannten Bibliothek eine französisch ge-schriebene Biographie Universelle (Michaud) Paris 1855 zu Händengekommen. Hier finden sich über einen Ebell (Jean Godefroi) sehrinteressante Angaben. Mehrere Spalten hindurch wird seine Wirk-samkeit als Arzt geschildert, er hat mehrere Bücher verfaßt, aucheinen Reiseführer durch die Schweiz und hat in Zürich gelebt. Erist am 6. Oktober 1768 zu Züllichau geboren (dune famille de fnar-chand), hat dann das Ruppiner Gymnasium, wie angegeben wirdzur Zeit eine der berühmtesten Schulen (sic transit gloria mundi)besucht und in Frankfurt a. O. studiert. Den Spuren dieses Zül-lichauer Ebells nachzugehen, wird meine spätere Aufgabe sein, dasein Schulbesuch in Neu-Ruppin auf verwandte Beziehungen schließenläßt, ln demselben Werk wird noch eines Jean Philippe Ebell,der ebenfalls verschiedene Werke verfaßte und in Gießen um dieMitte des Siebenzehnten Jahrhunderts lebte, Erwähnung getan. Jeden-falls haben wir es hier mit einem Vorfahren der niedersächsischenEbells zu tun.