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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
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bestehen kann. Es ist daher einmütig beschlossen, daß sich keinMeister bei seiner Profession fernerhin der Hilfe eines Pfuschersbediene, sondern seine Arbeit lediglich mit seinen Gesellen undLehrburschen verrichten soll. Wer dagegen handelt verfällt in eineStrafe von 5 Thalern zur Gewerksarmen- oder sogenannten Spar-kasse.

Zweitens hat man auch als eine für das Gewerk sehr nachteiligeSache anerkannt, daß ein jeder willkürlich so viel Jungen in dieLehre nehmen kann, als ihm gefällt. Dieses hatte zur Lolge, daßviele ihr Gewerbe mit lauter Lehrburschen 44 ) betrieben und dadurchdie Anzahl der Gesellen so sehr vermehrten, daß diese aus Mangelan Arbeit im Leben als Bettler herumlaufen müssen. Es ist daherbeschlossen, daß niemand mehr als einen Burschen in die Lehrenehmen und nach dessen vollbrachter Lehrzeit wenigstens 2 Jahrewarten soll, ehe er einen anderen Lehrburschen annehmen und ein-schreibei: lassen kann.

Drittens ist in Ueberlegung genommen, daß, da des KönigsMajestät in anno 1779 den größten Teil der sonstigen Tuchlieferungfür die Armee untersagt habe, dadurch schon ein so großer Ueber-fluß an Tüchern entstanden, daß die Lieferanten solche seit der Zeitweit unter dem gesetzten Preis aufkaufen können und daß dieserUmstand besonders für das hiesige große und aus 140 Meistern be-stehende Gewerk um deshalb sehr nachteilig ist, weil die Lieferantenaus Berlin, Potsdam, Brandenburg, Lindow etc. mit größerenLieferungen versehen sind, als sie durch die Labrikation an ihrenOertern bestreiten können. Sie kaufen daher hiesige Mondierungs-tücher für geringe Preise und gewöhnlich die Elle pro S Groschen,wodurch der unvermeidliche Ruin des Gewerks berechnet werdenkann. Das ganze Gewerk ist darüber einig, daß dieses Uebel haupt-sächlich dadurch verhütet werden könnte, wenn des Königs MajestätAllergnädigst geruhen wollte, diejenigen Tücher, welche die Ber-liner, Potsdamer, Brandenburger und Lindower Lieferanten von denLabrikanten ihrer Städte nicht erhalten, sondern hier kaufen müssen,von hiesigem Gewerk aus der ersten Hand für den KöniglichenPreiß liefern zu lassen. Und da das Berlin’sche Lagerhaus in ge-wisser Rücksicht mit zu diesen Lieferanten gehöret, welche denDruck des hiesigen Gewerks ausmachen, so sei das ganze Ge-werk in Ansehung dieses Punktes darüber einig, höheren Orts und

44 ) Diese Unsitte hat sich bis in die heutige Zeit in einzelnen kauf-männischen Geschäften — sehr zum Nachteil des Ansehens des gesamtenStandes — erhalten. Hier sollten die Aeltesten der Kaufmannschaft mitaller Strenge eintreten. Unsere Väter gaben uns hier das beste Beispiel.

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