terland wahr liebenden und dessen Heil von der Rückkehrdes Hauses Oranien erwartenden Niederländern soraicil-tig unterhalten.
Ohnehin hatte sich in diesem ehemaligen, durch denersten großen Oranier nassauischen Stammes gegründetenunter Oraniens Leitung oft glücklichen und mächtigenFreistaate die Gestalt der Dinge nach und nach durchausverändert. Die große Nachbarrepublik sollte — das er-warteten die den Namen Patrioten führenden Feinde Wil-helms V. oder mehr noch der Statthalterschaft — ihremVaterlande seine, ihrer Ansicht nach unterdrückte, Freiheiteigentlich erst wiedergeben. Für den geleisteten Freund-schaftsdienst mußte aber vor Allem eine ungeheure Kontri-bution entrichtet werden. Zahllose Schaaren nackter Re-publikaner hatte das Land zu kleiden und zu ernähren, einstarkes Corps derselben zur Vertheidigung der neuen Frei-heit in Sold zu nehmen. Bedeutende Territorialabtre-tungen wurden der neuen Schw^sterrepublik auferlegtAusrüstung einer starken See- und Landmacht zur Füh-rung deS Kriegs gegen Frankreichs Feinde zur Pflicht ge-macht. Aber durch eine unglückliche Seeschlacht ging dieHälfte der Flotte bald wieder verloren. Wenige Jahresvatcr mußte der Resten die enalischen Häfen wandernMit Vernichtung der «Seemacht ward auch der ganze Hau'del vernichtet. Der nur zu Lande mächtige Bundsgenossekonnte ihn nicht schützen. Die Colonicen waren schonlängst in Feindes Händen. Alle Nahrungsquellen warenversiegt, die Kosten der Staatsverwaltung und des Kriegsmehrten sich täglich; wegen der Schwierigkeit, die ausge-schriebenen Steuern und Abgaben aufzubringen, mußtezu immer neuen Anleihen die Zuflucht genommen werdenDie Staatsschulden wuchsen zu einer ungeheuren Summean. Das war also die Glückseligkeit, welche die Häupterder Patriotenpartei ihren AnHangern von der Verbindungmit Frankreich, von der Vertreibung des Erbstatthaltersversprochen hatten! — Von der Unabhängigkeit desStaats war kaum noch ein Schatten übria. Die eifrig-sten Freunde der republikanischen Freiheit selbst mußten esschon als eine Wohlthat erkennen, daß Napoleon demFreistaate, der nur noch den Namen führte, ein Ober-haupt gab. Damit schien doch wenigstens die Selbststän-