Brüdern nicht beigemessen werden. Ihre Einsichten, ihrEifer, ihre Thatigkeir waren nicht vermögend, die gro-ßen Hindernisse zu besiegen, welche sich der Erreichungihres Ziels von mehrern Seiten entgegensetzten.
Seit dem Aachener Frieden (1748) war die Repub-lik in keinen Landkrieg verwickelt gewesen. Die Mißhcl-ligkeitcn mit Kaiser Joseph wegen der Barriercplatze, we-gen der Scheldcfrcihcit, wurden nicht sowohl durch dieWaffen, als in den Cabinctten zur Erledigung gebracht.— Der Antheil, welchen die Truppen im I. 1787 andem Kampf gegen gewinnsüchtige Aristokraten und'dasvon ihnen mißleitete Volk, an der Herstellung der Statt-halterschaft und der Ordnung, genommen hatten, wargering. Das Patriotcnheer bestand ohnehin aus einemrohen, ungeübten Haufen. Es war besiegt, sobald ihmdie versuchte Durchstechung der Damme keinen Schutzmehr gewahren konnte. So fehlte es also der Landmachtseit mehr als vierzig Jahren an eigentlicher Kricgsübung.Die Anführer und die gemeinen Krieger waren auf denBcsatzungsdienst, auf Uebung und Erfahrung, wie sieauf den Parade- und Exercierplatzen zu erlangen sind, be-schrankt. Die wenigen, vordem im Felde Geübten,drückte Alter und Schwache.
Noch mehr. Der Staat war zwar vor Kurzem wie-d ergeboren, der Statthalter in seine Vorrechte wiedereingesetzt; aber sein Einfluß blieb immer beschrankt, seineAbhängigkeit von der eigentlichen Obergewalt, von denStimmführern der einzelnen Provinzen, groß. Diese be-seelte vielfaltig noch der alte Geist. Friede, Neutralitat,war der allgemeine Wunsch. Aber Einstimmigkeit undernstlicher Wille fehlten, wenn es auf die Mittel, sich da-bei zu erhalten, ankam, auf Opfer, die freilich doppeltempfindlich waren, seitdem die einzigen Erwerbsquellendes Handclsstaats nicht mehr so reichlich, als früherhin,flössen.
So kamen zwar, durch die Einwirkung der Orani-schen Prinzen, mehrere Verbesserungen im Kriegswesenzu Stande; aber sie waren mit der Gefahr nicht im Ver-