gg Heine: Neue Gedichte.
Der Kaiser die Herren überwand.Der Tambourmajor die Damen.
Wir haben lange getragen das Leid,Geduldig wie deutsche Eichen,Bis endlich die hohe ObrigkeitUns gab das Befreiungszeichen.
Wie in der Kampfbahn der AuerochsErHuben wir unsere Hörner,
Entledigten uns des fränkischen JochsUnd sangen die Lieder von Körner.
Entsetzliche Berse! sie klangen ins OhrGar schauderhaft den Tyrannen!Der Kaiser und der Tambourmajor,Sie flohn erschrocken von dannen.
Sie ernteten beide den SündenlohnUnd nahmen ein schlechtes Ende.
Es fiel der Kaiser NapoleonDen Briten in die Hände.
Wohl auf der Insel Sankt Helena,Sie marterten ihn gar schändlich;Am Magenkrebse starb er daNach langen Leiden endlich.
Der Tambourmajor, er ward entsetztGleichfalls von seiner Stelle.
Um nicht zu verhungern dient er jetztAls Hausknecht in unserm Hotelle.
Er heizt den Ofen, er fegt den Topf,Muß Holz und Wasser schleppen.Mit seinem wackelnd greisen KopfKeucht er herauf die Treppen.
Wenn mich der Fritz besucht, so kannEr nicht den Spaß sich versagen.Den drollig schlotternd langen MannZu nergeln und zu plagen.