Zur Ollea,
Sie wackelte hin, sie wackelte her,
Sie jammerte und flennte:
Ich bin so alt wie das Meer und der Wald,Wie die Stern', die am Himmel blinken;Sah Reiche entstehn, sah Reiche vergehn,Und Völker aufsteigen und sinken.
Ich stand am schnurrenden Webstuhl der ZeitWohl manches lange Jahrtausend;
Ich sah der Natur in den schaffenden Bauch,Das wogte brausend und sausend.
Und dennoch widerstand ich dein SturmDer sinnlich dunkeln Gewalten —
Ich habe meine JungferschaftIn all dem Spektakel behalten.
Was hilft mir meine Tugend jetzt?
Mich höhnen Weise und Thoren;
Die Welt ist schlecht und ungerecht,
Läßt niemand ungeschoren.
Doch tröste dich, mein Herz, dir bliebDein Lieben, Hoffen, Glauben,
Auch guter Kaffee und ein Schlückchen Ruin,Das kann keine Skepsis mir rauben.
3.
Hosfart.
O Gräfin Gudel von Gudelfeld,
Dir huldigt die Menschheit, denn du hast Geld!Du wirst mit vieren kutschieren,
Man wird dich bei Hof präsentieren.
Es trägt dich die goldne KarrosseZum kerzenschimmernden Schlosse;
Es rauschet deine SchleppeHinauf die Marmortreppe;
Dort oben, in bunten Reihen,