64 Heine: Neue Gedichte.
Das Licht der sw'gen Seelenjugend,Blendende Schönheit, Flammenglück!
Jetzt aber fühl' ich ein ErmattenDer Sehkraft, und es sinken nieder,Wie schwarze Flöre, micht'ge SchattenAuf meine armen Augenlider.,.
(Chor der Affen .)
Wir Affen, wir Affen,
Wir glotzen und gaffenDie Sonne an,
Weil sie es doch nicht wehren kann.
(Chor der Frösche:)
Im Wasser, im Wasser,
Da ist es noch nasserAls auf der Erde,
Und ohne BeschwerdeErquicken
Wir uns an den Sonnenblicken.
(Chor der Maulwürfe:)
Was doch die Leute Unsinn schwatzenVon Strahlen und von Sonnenblicken!Wir fühlen nur ein warmes Jucken,Und pflegen uns alsdann zu kratzen.
<Ein Glühwurm spricht'!Wie sich die Sonne wichtig macht,Mit ihrer kurzen Tagespracht!So unbescheiden zeig' ich mich nicht,Und bin doch auch ein großes Licht,In der Nacht, in der Nacht!
6.
Unstern.
Der Stern erstrahlte so munter,Da fiel er vom Himmel herunter.Du fragst mich, Kind, was Liebe ist?Ein Stern in einem Haufen Mist.