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Neue Gedichte
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Heine: Neue Gedichte.

„O heiliger Vater, Papst Urban,

Du kannst ;a binden und lösen,

Errette mich von der HöllenqualUnd von der Macht des Bösen.

„Ich bin der edle Tannhäuser genannt.

Wollt' Lieb' und Lust gewinnen,

Da zog ich in den Venusberg,

Blieb sieben Jahre drinnen.

„Frau Venus ist eine schöne Frau,

Liebreizend und anmutreiche;

Wie Sonnenschein und BlumenduftIst ihre Stimme, die weiche.

„Wie der Schinetterling flattert um eine Blum'Am zarten Kelch zu nippen,

So flattert meine Seele stetsUm ihre Rosenlippen.

„Ihr edles Gesicht umringeln wildDie blühend schwarzen Locken;

Schaun dich die großen Augen an,

Wird dir der Atem stocken.

„Schaun dich die großen Augen an,

So bist du wie angekettet;

Ich habe nur mit großer NotMich aus dem Berg gerettet.

„Ich Hab' mich gerettet aus dem Berg,

Doch stets verfolgen die BlickeDer schönen Frau mich überall,

Sie winken: komm zurücke!

„Ein armes Gespenst bin ich am Tag,Des Nachts mein Leben erwachet,

Dann träum' ich von meiner schönen Frau,Sie sitzt bei mir und lachet.

„Sie lacht so gesund, so glücklich, so toll,Und mit so weißen Zähnen!

Wenn ich an dieses Lachen denk',

So weine ich plötzliche Thränen.