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Neue Gedichte
Seite
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Verschiedene.

Küsse nahm ich und ich küßteSo mit Ernst in jener Zeit,

Als ob ich erfüllen müßteThaten der Notwendigkeit.

Jetzo weiß ich, überflüssig,Wie so manches, ist der Kuß,Und mit leichtern Sinnen küss' ich,Glaubenlos im Überfluß.

2.

Wir standen an der Straßeneck'Wohl über eine Stunde;Wir sprachen voller ZärtlichkeitVon unsrem Seelenbunde.

Wir sagten uns viel hundertmal,Daß wir einander lieben;Wir standen an der Straßeneck',Und sind da stehn geblieben.

Die Göttin der Gelegenheit,Wie'n Zöschen, flink und heiter.Kam sie vorbei und sah uns stehn,Und lachend ging sie weiter.

3.

In meinen Tagesträumen,In meinem nächtlichen Wachen,Stets klingt mir in der SeeleDein allerliebstes Lachen.

Denkst du noch Montmorencys,Wie du auf dem Esel rittest,

Und von dem hohen SattelHinab in die Disteln glittest?

Heine. Neue Gedichte. Z