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Neue Gedichte
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10 Heine: Neue Gedichte,

17.

Was treibt dich umher in der Frühlingsnacht?Du hast die Blumen toll gemacht.

Die Veilchen, sie sind erschrocken!

Die Rosen, sie sind vor Scham so rot,

Die Lilien, sie sind so blaß wie der Tod,Sie klagen und zagen und stocken!

O, lieber Mond, welch frommes GeschlechtSind doch die Blumen! Sie haben rocht,Ich habe Schlimmes verbrochen!

Doch könnt' ich wissen, daß sie gelauscht,

Als ich von glühender Liebe berauscht,

Mit den Sternen droben gesprochen?

18.

Mit deinen blauen AugenSiehst du mich lieblich an.

Da wird nur so träumend zu Sinne,Daß ich nicht sprechen kann.

An deine blauen AugenGedenk' ich allerwärts;

Ein Meer von blauen GedankenErgießt sich über mein Herz,

19.

Wieder ist das Herz bezwungen,Und der öde Groll verrauchet,Wieder zärtliche GefühleHat der Mai mir eingehauchet.

Spät und früh durcheil' ich wiederDie besuchtesten Alleen,

Unter jedem Strohhut such' ichMeine Schöne zu erspähen.

Wieder an dem grünen Flusse,Wieder steh' ich an der Brücke