Atta Troll. 71
Blieben wir am Ende stehenAn der Brüstung jener Grube,
Wo die Bären residieren —
Heil'ger Herr, was sahn wir dort!
Ein gewalt'ger WüstenbärAus Sibirien, schneeweißhaarigt,
Spielte dort ein überzartesLiebesspiel mit einer Bärin.
Diese aber war die Mumma!
War die Gattin Atta Trolls!
Ich erkannte sie am zärtlichFeuchten Glänze ihres Auges.
Ja, sie war es! Sie, des SüdensSchwarze Tochter! Sie, die Mumma,
Lebt mit einem Russen jetzt.
Einem nordischen Barbaren!
Schmunzelnd sprach zu mir ein Neger,
Der zu uns herangetreten:
„Gibt es wohl ein schönres Schauspiel,
Als zwei Liebende zu sehn?"
Ich entgegnete: „Mit wemHab' ich hier die Ehr' zu sprechen?"
Jener aber rief verwundert:
„Kennen Sie mich gar nicht wieder?
„Ich bin ja der Mohrenfürst,
Der bei Freiligrath getrommelt.
Damals ging's mir schlecht, in DeutschlandFand ich mich sehr isoliert.
„Aber hier, wo ich als WärterAngestellt, wo ich die PflanzenMeines TropenvaterlandesUnd auch Low' und Tiger finde:
„Hier ist mir gemütlich wohler.
Als bei euch auf deutschen Messen,
Wo ich täglich trommeln mußteUnd so schlecht gefüttert wurve!