Heinrich Heine.
Offiziell treibt die UrakaEin Geschäft, das sehr honett;
Denn sie handelt mit BergkrnuternUnd mit ausgestopften Vögeln.
Voll von solchen NaturalienWar die Hütte. Schrecklich rochenBilsenkraut und Kuckucksblumen,Pissewurz und Totenflieder.
Eine Kollektion von GeiernWar vortrefflich aufgestellt.
Mit den ausgestreckten FlügelnUnd den ungeheuren Schnäbeln.
War's der Duft der tollen Pflanzen,Der betäubend mir zu Kopf stieg?Wundersam ward mir zu MuteBei dem Anblick dieser Vögel.
Sind vielleicht verwünschte Menschen,Die durch Zauberkunst in diesemUngliicksel'gen, ausgestopftenVogelzustand sich befinden.
Sehn mich an so starr und leidend,Und zugleich so ungeduldig;
Manchmal scheinen sie auch scheuNach der Hexe Hinzuschieleu.
Diese aber, die Uraka,
Kauert neben ihrem Sohne,Dem Laskaro, am Kamine.
Kochen Blei und gießen Kugeln.
Gießen jene Schicksalskugel,
Die den Atta Troll getötet.
Wie die Flammen hastig zucktenÜber das Gesicht der Hexe!
Sie bewegt die dünnen LippenUnaufhörlich, aber lautlos.
Murmelt sie den Drudeusegen,
Daß der Kugelguß gedeihe"?