Heinrich Heine.
Nacht und Stille. Ruderschläge.
Wie ein plätscherndes GeheimnisSchwimmt der Kahn. Des Fährmanns NolleÜbernahmen seine Nichten.
Rudern flink und froh. Im DunkelnLeuchten manchmal ihre stämmigNackten Arme, sternbeglänzt,
Und die großen blauen Augen.
Mir znr Seite sitzt Laskaro,
Wie gewöhnlich blaß und schweigsam.
Mich durchschauert der Gedanke:
Ist er wirklich nur ein Toter?
Bin ich etwa selbst gestorben,
Und ich schiffe jetzt hinunterMit gespenstischen GefährtenIn das kalte Reich der Schatten?
Dieser See, ist er des StyxesDüstre Flut? Läßt Proserpine,In Ermangelung des Charon,
Mich durch ihre Zofen holen?
Nein, ich bin noch nicht gestorbenUnd erloschen — in der SeeleGlüht mir noch und jauchzt und lodertDie lebend'ge Lebensflamme.
Diese Mädchen, die das RuderLustig schwingen und auch manchmalMit dem Wasser, das herabläuft,
Mich bespritzen, lachend, schäkernd —
Diese frischen, drallen DirnenSind fürwahr nicht geisterhafteKammerkatzen aus der Hölle,
Nicht die Zofen Proserpinens!
Daß ich ganz mich überzeugeIhrer Oberweltlichkeit,
Und der eignen LebensfülleAuch thatsächlich mich versichre,