1Z2 Anmerkung zu „Rhampsenit".
zu übertreffen, und soll folgendes gethan haben. Er schnitt den ganzen Armvom frischen Leichnam bei der Schulter ab und nahm ihn unter dem Man-tel mit. So ging er zur Tochter des Königs, und da sie ihn ebenso, wie dieandern befragte, erzählte er ihr, als seinen sündlichsten Streich, daß er seinemBruder, der im Schatz des Kölligs in eine Schlinge fiel, den Kop abgeschnitten,und als den klügsten, daß er die Wächter trunken gemacht und den aufgehängtenLeichnam seines Bruders heruntergeuommen habe. Als sie das hörte, wolltesie ihn fassen; der Dieb aber streckte ihr im Dunkeln den Arm des Totenhin, worauf sie dann zugrisf und ihn hielt, in der Meinung, seinen eignenArm festzuhalten; und nun ließ er denselben los und entwischte schnell zurThüre hinaus. Als nun auch dieses dem König hinterbracht wurde, ward erganz betroffen über die Schlauigkeit und Kühnheit des Menschen. Zuletzt soller aber in sämtliche Städte eine Verkündigung haben ausgehen lassen, mit Ge-währung von Straflosigkeit, und mit großen Versprechungen, wenn er sichvor sein Angesicht stellen würde. Dem habe der Dieb getraut und sich ihmgestellt; und Rhampsenitus habe ihn höcklich bewundert, ja ihm jene Tochterzur Hausfrau gegeben, als dem allergescheitesten Menschen) wiefern er näm-lich die Ägyptier über alle andere setzte, und ihn über die Ägyptier."
lHerodots Geschichte, zweites Buch, 121. Kapitel.)