TriUcS Buch. Hebräische Melodie». goz
Einsteils, als er unterm BauchsEiner Kuh gekauert saß,
Ihre Euter hastig fingernd.
Daß die Milch floß in den Zuber —
Eine Position, unwürdigEines Rabbis, eines Dichters —
Da befiel ihn tiefe WehmutUnd er fing zu singen an,
Und er sang so schön und lieblich.
Daß der Chan, der Fürst der Horde,Der vorbeiging, ward gerühretUnd die Freiheit gab dem Sklaven.
Auch Geschenke gab er ihm,
Einen Fuchspelz, eine langeSarazenenmandolineUnd das Zehrgeld für die Heimkehr.
Dichterschicksal! böser Unstern,
Der die Söhne des ApolloTödlich nergelt, und sogarIhren Vater nicht verschont hat,
Als er hinter Daphnen laufendStatt des weißen NpmphenleibesNur den Lorbeerbaum erfaßte,
Er, der göttliche Schlemihl!
Ja, der hohe Delphier istEin Schlemihl und gar der Lorbeer,
Der so stolz die Stirne krönet,
Ist ein Zeichen des Schlemihltums.
Was das Wort Schlemihl bedeutet.
Wissen wir. Hat doch ChamissoIhm das Bürgerrecht in DeutschlandLängst verschafft, dem Worte nämlich.
Aber unbekannt geblieben,
Wie des heil'gen Niles Quellen,
Ist sein Ursprung; Hab' darüberNachgegrübelt manche Nacht.