Zweites Buch. Lamentationen.
Sie war mir Weib und Kind zugleich,
Und geh' ich in das Schattenreich,
Wird Witwe sie und Waise sein!
Ich lass' in dieser Welt alleinDas Weib, das Kind, das, trauernd meinem Mute,Sorglos und treu an meinem Herzen ruhte.
Ihr Engel in den Himinelshöhn,
Vernehmt mein Schluchzen und mein Flehn;Beschützt, wenn ich im öden Grab,
Das Weib, das ich geliebet Hab';
Seid Schild und Vögte eurem Ebenbilde,
Beschützt, beschirmt mein armes Kind, Mathilde.
Bei allen Thränen, die ihr jeGeweint um unser Menschemveh,
Beim Wort, das nur der Priester kenntUnd niemals ohne Schauder nennt,
Bei eurer eignen Schönheit, Huld und Milde,Beschwör' ich euch, ihr Engel, schützt Mathilde.
16.
Im Oktober 1849.
Gelegt hat sich der starke Wind,
Und wieder stille wird's dahsime;
Germania, das große Kind,
Erfreut sich wieder seiner Weihnachtsbäume.
Wir treiben jetzt Familienglück —
Was höher lockt, das ist vom Übel —Die Friedensschwalbe kehrt zurück,
Die einst genistet in des Hauses Giebel.
Gemütlich ruhen Wald und Fluß,
Von sanftem Mondlicht Übergossen;Nur manchmal knallt's — Ist das ein Schuß? —Es ist vielleicht ein Freund, den man erschossen.
Vielleicht mit Waffen in der HandHat man den Tollkopf angetroffen,