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Romanzero
Seite
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Zweites Vnch. Lamentationen. 59

Wie haben mich lieblich die Elfen umflattert'Ein luftiges Völkchen! das plaudert und schnattert!Ein bißchen stechend ist der Blick,

Verheißend ein süßes, doch tödliches Glück.

Ergötzten mich mit Maitanz und Maispiel,Erzählten mir Hofgeschichten, zum Beispiel:Die skandalöse ChronikaDer Königin Titania.

Saß ich am Bache, so tauchten und sprangenHervor aus der Flut, mit ihrem langenSilberschleier und flatterndem Haar,Die Wasserbacchanten, die Nixenschar.

Sie schlugen die Zither, sie spielten auf Geigen,Das war der famose Nixenreigen;

Die Posituren, die Melodei,

War klingende, springende Raserei.

Jedoch zuzeiten waren sie minderTobsüchtig gelaunt, die schönen Kinder;

Zu meinen Füßen lagerten sie,

Das Köpfchen gestützt auf meinem Knie.

Trällerten, trillerten welsche Romanzen,Zum Beispiel das Lied von den drei Pomeranzen,Sangen auch wohl ein LobgedichtAuf inich und mein nobeles Menschsngesicht.

Sie untenbrachen manchmal das GesingeLautlachend, und frugen bedenkliche Dings,Zum Beispiel:Sag uns zu welchem BehufDer liebe Gott den Menschen schuf?

Hat eine unsterbliche Seele ein jederVon euch? Ist diese Seele von LederOder von steifer Leinwand? WarumSind eure Leute meistens so dumm?"

Was ich zur Antwort gab, verhehleIch hier, doch meine unsterbliche Seele,

Glaubt mir's, ward nie davon verletzt,

Was sine kleine Nixe geschwätzt.