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Romanzero
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51
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Erstes Buch. Historien. 51

„Menschenopfer" heißt das Stück.

Uralt ist der Stoff, die Fabel;

In der christlichen BehandlungIst das Schauspiel nicht so gräßlich.

Denn dem Blute wurde Rotwein,

Und dem Leichnam, welcher vorkam,

Wurde eine harmlos dünneMehlbreispeis transsubstituieret —

Diesmal aber, bei den Wilden.

War der Spaß sehr roh und ernsthaftAufgefaßt: man speiste Fleisch,

Und das Blut war Atenschenblut.

Diesmal war es gar das VollblutVon Altchristen, das sich nie,

Nie vermischt hat mit dem BluteDes Moresken und der Juden.

Freu dich, Vitzliputzli, freu dich.

Heute gibt es Spanierblut,

Und am warmen Dufte wirst duGierig laben deine Nase.

Heute werden dir geschlachtetAchtzig Spanier, stolze BratenFür die Tafel deiner Priester,

Die sich an dem Fleisch erquicken.

Denn der Priester ist ein Mensch,

Und der Mensch, der arme Fresser,

Kann nicht bloß vom Riechen lebenUnd vom Dufte, wie die Götter.

Horch! die Todespauke dröhnt schon,

Und es kreischt das böse Kuhhorn!

Sie verkünden, daß heraufsteigtJetzt der Zug der Sterbemänner.

Achtzig Spanier, schmählich nackend,

Ihre Hände auf dem RückenFestgebunden, schleppt und schleift manHoch hinauf die Tempeltreppe.

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