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Romanzero
Seite
33
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Erstes Buch. Historien, 33

„Geoffrop! Wie traulich ist esHier im stillen Mondscheinsaale,

Möchte nicht mehr draußen wandelnIn des Tages Sonnenstrahle."

„Melisande! teure Närrin,

Du bist selber Licht und SonneWo du wandelst, blüht der FrühlingSprossen Lieb' und Maienwonne!"

Also kosen, also wandelnJene zärtlichen GespensterAuf und ab, derweil das MondlichtLauschet durch die Bogenfenster.

Doch den holden Spuk vertreibendKommt am End' die Morgenröte —

Jene huschen scheu zurückIn die Wand, in die Tapete.

Her Dichter Firdufi.i.

Goldne Menschen, Silbermenschen!

Spricht ein Lump von einem TomanIst die Rede nur von Silber,

Ist gemeint ein Silbertoman.

Doch im Munds eines Fürsten,

Eines Schaches, ist ein TomanGülden stets; ein Schach empfängtUnd er gibt nur goldne Toman.

Also denken brave Leute,

Also dachte auch Firdusi,

Der Verfasser des berühmtenUnd vergötterten Schach Nameh

1 Morgculäudische Münze, in Pcrsten ein Goldstück, das früher etwa16'/z Mark wert war.

2 D. h. Königsbuch, um das Jahr 1010 von dem bejahrten Dichter be-endigt. Als dieser statt der erwarteten Goldstücke Silberstücke zur Belohnungerhielt, schrieb er auf den Sultan eine Satire, wodurch er dessen Gunst fürlängere Zeit verlor.

Heine. Romanzero. 3