Heine: Romanzero.
„Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,Der Nacht und dem Tode gehör' ich —"Die Herzogin lacht: Ich lasse dich nicht,
Dein Antlitz zu schauen begehr' ich.
Wohl sträubt sich der Mann mit fiusterm Wort,Das Weib nicht zähmen knnnt' er;
Sie riß zuletzt ihm mit GewaltDie Maske vom Antlitz herunter.
Das ist der Scharfrichter von Bergen! so schreitEntsetzt die Menge im SaaleUnd weichet scheusam — die HerzoginStürzt fort zu ihrem Gemahle.
Der Herzog ist klug, er tilgte die SchmachDer Gattin auf der Stelle.
Er zog sein blankes Schwert und sprach:
Knie vor mir nieder, Geselle!
Mit diesem Schwertschlag mach' ich dichJetzt ehrlich und ritterzünftig,
Und weil du ein Schelm, so nenne dichHerr Schelm von Bergen künftig.
So ward der Henker ein EdelmannUnd Ahnherr der Schelme von Bergen.
Ein stolzes Geschlecht! es blühte am Rhein.
Jetzt schläft es in steinernen Särgen.
Waliniren.
Unten Schlacht. Doch oben schössenDurch die Luft auf WolkenrossenDrei Walküren, und es klangSchilderklirrend ihr Gesang:
Fürsten hadern, Völker streiten,Jeder will die Macht erbeuten;Herrschaft ist das höchste Gut,
Höchste Tugend ist der Mut.