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Romanzero
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Erstes Buch. Historien.

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Schelm van Bergen.

Im Schloß zu Düsseldorf am RheinWird Mummenschanz gehalten;

Da flimmern die Kerzen, da rauscht die Musik,Da tanzen die bunten Gestalten.

Da tanzt die schöne Herzogin,

Sie lacht laut auf bestandig;

Ihr Tänzer ist ein schlanker Fant,

Gar höfisch und behendig.

Er trägt eine Maske von schwarzem Samt,

Daraus gar freudig blicketEin Auge, wie ein blanker Dolch,

Halb aus der Scheide gezücket.

Es jubelt die Fastnachtsgeckenschar,

Wenn jene vorüberwalzen.

Der Druckes ^ und die Marizzebill^

Grüßen mit Schnarren und Schnalzen

Und die Trompeten schmettern drein,

Der närrisch Brummbaß brummet,

Bis endlich der Tanz ein Ende nimmtUnd die Musik verstummet.

„Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,

Ich muß nach Hause gehen —"

Die Herzogin lacht: Ich laß dich nicht fort,

Bevor ich dein Antlitz gesehen.

„Durchlauchtigste Frau, gebt Urlaub mir,

Mein Anblick bringt Schreck und Grauen —"Die Herzogin lacht: Ich fürchte mich nicht,

Ich will dein Antlitz schauen.

1 Drickes (von Hendvick, Heinrich), in Köln Bezeichnung für den plattenPhilister, dann auch launiger Ausdruck lür den echten Kölner.

2 Maritzebel (Maria ^ibplla), in Köln und überhaupt am Rhein häufigerName in der Niedern Volksklasse Aus dem kölnischen Puppentheater he ßtdie einzige Frauensperson, die auftritt, Maritzebel. — Beide Figuren warenbeim Karneval und Mummenschanz viel vertreten.