g Heins: Romanzero.
Da täglich sich der Zustand verschlimmert,Wir» Mahawasantes Herz bekümmert;
Er läßt vor seines Thrones StufenDen klügsten Astrologen rufen.
„Sterngucker, ich last' dir das Haupt abschlagen",Herrscht er ihn an, „kannst du mir nicht sagenWas meinem Elefanten fehle,
Warum so verdüstert seine Seele?"
Doch jener wirft sich dreimal zur Erde,Und endlich spricht er mit ernster Geberde:„O König, ich will dir die Wahrheit verkünden.Du kannst dann handeln nach Gutbefinden.
„Es lebt im Norden ein schönes WeibVon hohem Wuchs und weißem Leib,
Dein Elefant ist herrlich, unleugbar,
Doch ist er nicht mit ihr vergleichbar.
„Mit ihr verglichen, erscheint er nurEin weißes Mäuschen. Es mahnt die StaturAn Bimha, die Riesin, im RamajanaßUnd an der Epheser große Diana.
„Wie sich die Gliedermassen wölbenZum schönsten Bau! Es tragen dieselbenAnmutig und stolz zwei hohe Pilaster,Von blendend weißein Alabaster.
„Das ist Gott Amors kolossaleDomkirche, der Liebe Kathedrale;
Als Lampe brennt im TabernakelEin Herz, das ohne Falsch und Makel.
„Die Dichter jagen vergebens nach Bildern,Um ihre weiße Haut zu schildern;
Selbst Gautier- ist dessen nicht kapabel, —
O diese Weihe ist implaeadle!
' Berühmtes indisches Nationalepos
- Thcobhile Gautier (1803—1872), der bekannte treffliche Novellist undLyriker, Heines Freund.