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An Alle Christen, welche an das tausendjährige Reich Christi und die Zeitrechnung desselben glauben, oder nicht glauben : eine Abhandlung, veranlaßt durch die ... 1824 ersch. Auslegung d. Offenbarung Johannes, von ... Rühle v. Lilienstern zu Dillenburg
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tion mit jenem Russprnch ist ihm etwas Merkwürdiges, und«r findet darin, nach seiner frommen Meinung, die Offenbarrung eines Geheimnisses, und dieGcwinnuug einer neuenWahrheit, längst hätte der menschliche Vorwitz, der im,mer so gern den Schleier der Zukunft aufdecken mögtc, gerndavon Etwas wissen mögen. Hier erscheint sie ihm auf ein-mal und er wird freudig davon ergriffen. Daß es ein Trug-bild seiner Imagination seh, was ihm da erscheint, fälltihm gar nicht ein. Er machte folgenden Schluß:

Ein Tag ist vor Gott, wie 1000 Jahre, und umgekehrt.Ps. X(l. 2. Petr. III.

Nun besteht aber die Schöpfungszeit der Welt insieben Tagen. Genes. I.

Lrxo wird die ganze Welt zeit 7000 Jahre dauern,und diese Welt muß also nicht um das geringstefrüher, oder später als nach Dollendung von 7000Jahren untergehen.

Einen Syllogismus von der Art macht zwar sonst, inDingen des gemeinen Lebens, nicht leicht ein besonnenerMensch, nicht einmal ein kluges Kind. Aber der alten Bi-beldcutung, oder Deutelei, wie sie die Allegoristik, Cabbalistikund Talmudistik häufig geliefert hat, sind dergleichen sehrgeläufig.

Auf solche Art kam vor Alters einmal die Idee von der7000jährigen Weltdauer zur Welt, fand Beifall, ward ver-breitet, und galt seitdem und gilt noch bei vielen gleich-wohl sehr guten und achtungswürdigcn Menschen, als eineerwiesene und unzweifelhafte Wahrheit, welches siedoch im Grunde uicht ist obwohl ein Mensch von gutemchristlichem Sinn, sie Iiona llcko immerhin, ohne Nachtheil sei-nes Glaubens uuo seiner Tugend, für wahr und gewiß hal-ten mag.