mels unserer strähnen, deren kraftvollem Geiste die Hoffnung thatenloserNulie als reizende Seligkeit nicht genügte, sondern nur die Erwartungsteter Erneuerung stolzer Hcldenthaten im Wechsel mit Genussesschwclgc.
Inzwischen hatte die Geschichte das trübe Blatt gewendet, Germaniadie Schandflecken am Hcldenschilde mit dem Blute ihrer edelsten Söhneabgespült; dem Eroberer, einem unedlcrn Prometheus, verzehrte derAdler des Ingrimms auf mecrumbrauster Klippeninscl das herzloseHerz, und der Fürstenjüngling, zum Manne geworden, war in dieGlorie des angeerbtcn Thrones emporgestiegen und gedachte mit heiligemErnste der Erfüllung der feierlichen, nun prophetischen Gclöbniß.
Die Wahl des Standplatzes der Walhalla hatte weiser Bedacht ent-schieden; die Künste an Vorschöpfungen erstarkt und erprobt, fühlten deshoben Werkes sich mächtig; der Meisterbund stund zusammen und harrtedes schöpferischen Winkes, — da sah die altehrwürdigc Donaustadt dasFest der Grundsteinsenkung in granitene Urvesten, sein Jubel hallte durchDeutschland wieder, und zwölf Jahre lang war es männiglich gegönnt,das rüstige, einträchtige Schaffen der Künste und Gewerkt am werdendenBaumal zu bewundern, bis jüngst der schützende Mantel niedersank und dasPrächtigvollendete in den Lüsten der deutschen Sonne glänzte, den Triumphder Weibe gewärtigend am Jahrestage der deutschen Bcfreiungsschlacht.
So hat heilige Begeisterung für Deutschlands Ruhm die großartigeIdee erzeugt, der Hcldcnhimmcl deutscher Urahnen den Namen gegeben,und die griechische Kunst die Form geliehen zum Monumente, das wirnun nach dem Eindrucke seiner ganzen Erscheinung und nach seinen arti-stischen Einzelnheiten betrachten wollen im Geiste seines Wesens. Jeneaber, die dem deutschen Ruhme ein Mal in deutscher, eigenthümlicher Ge-staltung errichtet wünschten, möge die beispiellos herrliche Ausführungund technische Vollkommenheit mit der Form seiner Erscheinung versöhnen.
Zwei Schwesterkünste, Architektur und Plastik, unter Hilfschaft ver-wandter technischer Gewcrke, haben den Bau emporgebracht und ausgestattet.
Dem Architekten war im griechischen Tcmpelschema altdorischen Stylsdas formelle Thema des äußeren Bildes, und in der Forderniß einesgroßartigen, zur Aufstellung von Büsten geeigneten Tempelraumes einespezielle Aufgabe für das Innere geboten, die er durch Anpassung an